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Neue israelische Angriffswelle auf Hisbollah: Libanesischer Präsident warnt vor "Bodeninvasion"
Der libanesische Präsident Joseph Aoun hat angesichts einer neuen israelischen Angriffswelle auf Stellungen der pro-iranischen Hisbollah vor einer israelischen Bodenoffensive im Süden des Landes gewarnt. Die gezielten Attacken auf Brücken seien eine "gefährliche Eskalation" und "Vorbote einer Bodeninvasion", erklärte Aoun am Sonntag. Die israelische Armee hatte zuvor neue Luftangriffe auf "terroristische Infrastruktur im Südlibanon" verkündet. Nördlich der Stadt Tyros wurde eine wichtige Brücke getroffen.
Aoun verurteilte die "Zerstörung von Infrastruktur und lebenswichtigen Einrichtungen im Südlibanon", darunter die nahe Tyros gelegene Brücke von Kasmijeh. Die israelischen Angriffe stellten eine "eklatante Verletzung der Souveränität des Libanon" dar und könnten "als Vorbote einer Bodeninvasion" betrachtet werden, erklärte der libanesische Präsident.
Ein Korrespondent der Nachrichtenagentur AFP sah nach der Attacke auf die Brücke von Kasmijeh Rauch aufsteigen. Diese führt über den Fluss Litani und befindet sich an der Hauptküstenstraße, die die Region Tyros mit dem Rest des Landes verbindet.
Die israelische Armee hatte am Mittwoch angekündigt, verstärkt Brücken und Übergänge über den Fluss Litani ins Visier zu nehmen, um den Süden des Libanon vom Rest des Landes abzuschneiden. So solle die Hisbollah daran gehindert werden, Verstärkung und Waffen zu transportieren. Zwei Brücken wurden nach Armeeangaben bereits am Mittwoch zerstört.
Der Fluss Litani spielt seit Jahren eine wichtige Rolle in den Anstrengungen, die Hisbollah-Miliz zurückzudrängen. Die Regierung in Beirut hatte im vergangenen Jahr die libanesische Armee angewiesen, bis Ende 2025 die militärische Infrastruktur der Hisbollah südlich des Litani zu zerstören und die Miliz anschließend auch im Rest des Landes zu entwaffnen.
Aus Israels Sicht setzte die libanesische Armee dieses Vorhaben jedoch nur unzureichend um. Bereits Ende des vergangenen Jahres verstärkte die israelische Armee ihre Angriffe auf die Hisbollah.
Seit Beginn des Iran-Krieges am 28. Februar eskalierte der Konflikt zwischen Israel und der vom Iran finanzierten Miliz dann wieder massiv. Nach Angaben der libanesischen Behörden wurden seither mehr als tausend Menschen durch israelische Angriffe getötet. Hunderttausende Menschen seien durch die Gefechte vertrieben worden.
Bei zwei israelischen Angriffen am Sonntag wurden nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums im Süden des Landes vier Menschen getötet.
Israelische Rettungskräfte meldeten am Sonntag erstmals einen toten israelischen Zivilisten im Zuge der jüngsten Eskalation zwischen Israel und der Hisbollah. Nahe der nordisraelischen Grenze wurde demnach ein Mensch durch Raketenbeschuss aus dem Libanon getötet. Die Hisbollah erklärte, sie habe "eine Raketensalve" auf israelische Soldaten im Kibbuz Misgav Am im Norden Israels abgefeuert.
Am Samstag hatte die pro-iranische Miliz "direkte Kämpfe" mit israelischen Truppen in zwei Grenzorten im Südlibanon gemeldet.
Israel hat die Bewohner großer Teile des Südlibanon zur Evakuierung aufgerufen und will dort nach eigenen Angaben eine Pufferzone zum Schutz von Gemeinden im israelischen Grenzgebiet errichten.
F.Stadler--VB