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Iranische Medien berichten von US-israelischen Angrifen auf Atomanlage Natans
Die USA und Israel haben iranischen Staatsmedien zufolge die wichtige Atomanlage Natans im Zentrum des Landes angegriffen. Die Anlage sei am Samstagmorgen Ziel US-israelischer Luftangriffe gewesen, erklärte die iranische Atomenergiebehörde laut der Nachrichtenagentur Tasnim. Die USA und Israel machten unterdessen widersprüchliche Angaben zum weiteren Vorgehen im Iran-Krieg: Während US-Präsident Donald Trump erklärte, er erwäge eine Reduzierung der Angriffe, kündigte Israels Verteidigungsminister Israel Katz deren "erhebliche" Verstärkung an.
Die iranische Atomenergiebehörde teilte laut Tasnim auch mit, dass nach den Angriffen in Natans "kein Austritt radioaktiven Materials gemeldet" worden sei. Die Internationale Atomenergiebehörde IAEA kündigte an, die iranischen Berichte zu den Angriffen in Natans zu prüfen. IAEA-Chef Rafael Grossi rief laut einer Mitteilung im Onlinedienst X erneut zu "militärischer Zurückhaltung" auf, "um jegliches Risiko eines Atomunfalls zu vermeiden".
Die schwer gesicherte Atomfabrik Natans ist die bekannteste iranische Atomanlage. Sie besteht aus oberirdischen und unterirdischen Einrichtungen zur Urananreicherung. US-Präsident Donald Trump hat die Vernichtung des iranischen Atomprogramms als eines der Ziele des seit drei Wochen andauernden Krieges genannt.
Der israelische Verteidigungsminister Katz kündigte am Samstag an, die USA und Israel würden ihre Angriffe auf den Iran in den kommenden Tagen deutlich verstärken. Ab Sonntag werde die Intensität der Angriffe auf das "iranische Terrorregime" und seine Infrastruktur "erheblich zunehmen", sagte Katz laut seinem Ministerium bei einer Lagebesprechung. "Wir werden nicht aufhören, bis alle Kriegsziele erreicht sind", betonte er.
Trump hatte noch am Freitag erklärt, er erwäge, die Angriffe auf den Iran zurückzufahren. "Wir sind kurz davor, unsere Ziele zu erreichen", schrieb er in seinem Onlinedienst Truth Social. Trumps Sprecherin Karoline Leavitt erklärte, "der Präsident und das Pentagon rechneten damit, dass die Erfüllung dieser Mission etwa vier bis sechs Wochen dauern würde". Die US-Streitkräfte leisteten "hervorragende Arbeit", die Führung in Teheran werde Tag für Tag geschwächt.
Angesichts der infolge des Kriegs stark gestiegenen Energiepreise entschied die US-Regierung am Freitag, die Lieferung und den Verkauf iranischen Öls in eingeschränkter Form vorübergehend zu erlauben. Die Erlaubnis gilt nach Angaben des US-Finanzministeriums bis zum 19. April für iranisches Öl, das vor dem 20. März auf Schiffe verladen wurde.
Seit dem Kriegsbeginn ist die Straße von Hormus, durch die rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports verläuft, faktisch gesperrt. Die Meerenge zwischen der Arabischen Halbinsel und dem Iran wird von den iranischen Revolutionsgarden kontrolliert. Die Blockade sowie auch iranische Angriffe auf Öl- und Gasanlagen in der Golfregion ließen die Öl- und Gaspreise in die Höhe schnellen.
In der vergangenen Woche hatten die USA bereits die Sanktionen gegen Russland gelockert. Der Verkauf von russischem Rohöl und russischer Erdölprodukte, die vor dem 12. März auf Schiffe verladen wurden, ist demnach bis zum 11. April erlaubt. Die Ukraine und westliche Partner kritisierten den Schritt.
Der Iran warnte seinerseits am Samstag die Vereinigten Arabischen Emirate davor, Angriffe von ihrem Territorium aus auf zwei strategisch wichtige Inseln nahe der Straße von Hormus zuzulassen. Sollte es vom emiratischen Staatsgebiet aus "zu weiteren Aggressionen gegen die iranischen Inseln Abu Musa und Große Tunb im Persischen Golf kommen", würden die iranischen Streitkräfte das Emirat Ras al-Chaimah "mit schweren Angriffen überziehen", erklärte das zentrale Einsatzkommando der iranischen Armee, Chatam al-Anbija.
Die Inseln Abu Musa und Große Tunb liegen im Persischen Golf westlich der Straße von Hormus. Der Iran kontrolliert die beiden Golfinseln seit 1971, sie werden aber seit Jahrzehnten auch von den Vereinigten Arabischen Emiraten beansprucht.
Der russische Präsident Wladimir Putin, ein wichtiger Verbündeter Teherans, wünschte dem iranischen Volk in einer Grußbotschaft zum persischen Neujahrsfest Nowruz "Kraft zur Überwindung dieser schweren Prüfungen". Er erklärte, dass Moskau in dieser schwierigen Zeit ein "treuer Freund und verlässlicher Partner" bleibe.
Die USA und Israel hatten am 28. Februar mit Luftangriffen den Iran-Krieg begonnen. Teheran reagiert seitdem mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel sowie auf mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Golfregion.
C.Kreuzer--VB