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Chamenei zeigt sich im Iran-Krieg siegesgewiss - Medien: USA schicken weitere Soldaten
Nach drei Wochen Iran-Krieg hat sich der neue oberste Führer der Islamischen Republik siegesgewiss gezeigt. Die Feinde des Iran würden "besiegt", erklärte Modschtaba Chamenei am Freitag in einer schriftlichen Botschaft - er trat erneut nicht persönlich auf. Der Iran setzte seine Vergeltungsangriffe in der Golfregion fort. Die USA und Israel griffen ihrerseits erneut Ziele im Iran an. Unterdessen berichteten Medien von der Verlegung tausender zusätzlicher US-Soldaten in die Region.
In einer Botschaft Chameneis zum persischen Neujahrsfest Nowruz am Freitag hieß es, "der Feind" sei "besiegt worden". Die Iraner hätten den USA und Israel mit Einheit und Entschlossenheit einen "atemberaubenden Schlag" versetzt.
Modschtaba Chamenei ist noch nicht öffentlich aufgetreten, seit er am 8. März als Nachfolger seines getöteten Vaters Ayatollah Ali Chamenei zum politischen und geistlichen Oberhaupt des Iran ernannt worden war. Medienberichten zufolge wurde Modschtaba Chamenei am ersten Tag des Iran-Krieges am 28. Februar bei einem Luftangriff auf Teheran verletzt, sein Vater wurde bei demselben Angriff getötet. Der Iran reagiert seitdem mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel, mehrere Golfstaaten sowie US-Einrichtungen in der Region.
In Kuwait brachen am Freitag nach einem erneuten iranischen Angriff mehrere Brände in einer Ölraffinerie aus. Laut Staatsmedien wurde der Betrieb in der Raffinerie Mina al-Ahmadi in Teilen eingestellt. Der eskalierende Konflikt schürt die Sorgen weltweit um die Öl- und Gasversorgung.
Staatsmedien in den Vereinigten Arabischen Emiraten meldeten ebenfalls Raketen- und Drohnenangriffe aus dem Iran. Die Luftabwehr in Saudi-Arabien fing nach Angaben des Verteidigungsministeriums mehr als ein Dutzend Drohnen ab. Das Innenministerium in Bahrain erklärte, Splitter einer "iranischen Aggression" hätten in einer Lagerhalle ein Feuer ausgelöst.
Die iranischen Revolutionsgarden teilten laut der staatlichen iranischen Nachrichtenagentur Tasnim mit, sie hätten US-Streitkräfte auf dem Luftwaffenstützpunkt al-Dhafra in den Vereinigten Arabischen Emiraten sowie Ziele in Israel mit Drohnen und Raketen ins Visier genommen. Die iranische Armee drohte Militärangehörigen der USA und Israels mit Angriffen "weltweit" auch im Urlaub und bei Freizeitaktivitäten, wie ein Sprecher dem iranischen Staatsfernsehen zufolge sagte.
In der Altstadt von Jerusalem schlug ein Geschoss ein. Trümmer einer Angriffs- oder Abfangrakete gingen in der Nähe der heiligen Stätten nieder, wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten. Mehrere Explosionen erschütterten das Zentrum von Jerusalem. In Tel Aviv war wiederholt Luftalarm zu hören.
Die israelische Armee flog eine neue Angriffswelle auf den Iran. AFP-Journalisten in Teheran berichteten von Explosionen während der Nowruz-Feiern. Laut Staatsmedien wurden in der Hauptstadt mehrere bedeutsame historische Bauten beschädigt. Zudem nahm die israelische Armee Ziele am Kaspischen Meer ins Visier. Laut iranischen Behörden wurden bei Luftangriffen der USA und Israels außerdem mehrere iranische Frachtschiffe am Persischen Golf zerstört.
Die israelische Armee gab zudem die Tötung eines weiteren ranghohen Mitglieds der iranischen Basidsch-Miliz bekannt: Der Geheimdienstchef der paramilitärischen Einheit, Esmail Ahmadi, sei bei einem Angriff im der Nacht zum vergangenen Dienstag "ausgeschaltet" worden. Den Angaben zufolge handelte es sich um denselben Angriff, bei dem auch Basisch-Chef Gholamresa Soleimani getötet wurde. Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu hatte sich am Donnerstagabend überzeugt gezeigt: "Wir gewinnen, und der Iran wird dezimiert."
Die USA verlegen laut Medienberichten zusätzliche Soldaten in die Region. Das "Wall Street Journal" berichtete von bis zu 2500 Marines, der Sender CNN berichtete von tausenden Marines und Marinesoldaten. Beide Medien beriefen sich auf anonyme US-Beamte.
Laut der Plattform "Axios" erwägt US-Präsident Donald Trump, die für den Ölexport bedeutsame iranische Insel Charg zu besetzen. Er wolle damit die Islamische Republik unter Druck setzen, die vom Iran blockierte Straße von Hormus für den Öltankerverkehr zu öffnen.
Eine Sprecherin des Weißen Hauses erklärte, die US-Armee könne die Insel "jederzeit" einnehmen, wenn Präsident Trump den Befehl dazu erteile. Noch am Donnerstag hatte Trump bestritten, Bodentruppen im Iran einsetzen zu wollen.
Trump beschimpfte die Nato-Verbündeten wegen ihrer Haltung im Iran-Krieg als "Feiglinge". In seinem Onlinedienst Truth Social schrieb er, die Partner beschwerten sich über die hohen Ölpreise, wollten aber nicht helfen, die Straße von Hormus zu öffnen. Die Meerenge ist für den weltweiten Ölhandel wichtig.
Die Staats- und Regierungschefs der EU hatten am Donnerstag bei ihrem Gipfel in Brüssel eine aktive Teilnahme am Iran-Krieg weiterhin ausgeschlossen. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron kündigte mit Blick auf die Straße von Hormus Gespräche mit den anderen ständigen Mitgliedern des UN-Sicherheitsrats an. Eine Mission zur Absicherung der Schifffahrt dort sei aber erst nach Beendigung der Kampfhandlungen denkbar.
M.Betschart--VB