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Getöteter iranischer Sicherheitschef Laridschani wird beigesetzt - Teheran droht mit Vergeltung
Der von der israelischen Armee getötete iranische Sicherheitschef Ali Laridschani soll am Mittwoch in Teheran beigesetzt werden. Der Iran drohte mit Vergeltung für die Tötung Laridschanis, die ein schwerer Schlag für die Führung in Teheran ist, und feuerte Raketen auf das Zentrum Israels ab. Israel gab seinerseits am Mittwoch die Tötung auch des iranischen Geheimdienstministers bekannt. Die US-Armee griff derweil nach eigenen Angaben iranische Raketenanlagen nahe der Straße von Hormus mit bunkerbrechenden Bomben an.
Wie die iranischen Nachrichtenagenturen Fars und Tasnim am Mittwoch meldeten, soll Laridschani um 11.30 Uhr MEZ in der Hauptstadt Teheran beigesetzt werden - ebenso wie der Anführer der für die innere Sicherheit im Iran zuständigen Basidsch-Miliz, Gholamresa Soleimani, der ebenfalls bei einem israelischen Angriff getötet wurde.
Es war nicht klar, ob die Beerdigungen tatsächlich stattfinden werden. Die Beerdigung des obersten Führers des Iran, Ayatollah Ali Chamenei, der gleich am ersten Kriegstag vor über zweieinhalb Wochen getötet worden war, fand bisher nicht offiziell statt und wurde auf unbestimmte Zeit verschoben. Die iranische Nachrichtenagentur Mehr veröffentlichte jedoch ein Foto von Laridschanis Sarg, der mit einem Bild von ihm und der iranischen Flagge bedeckt ist.
Israel gab am Mittwoch zudem bekannt, auch den iranischen Geheimdienstminister Esmail Chatib getötet zu haben. "In der vergangenen Nacht ist auch Irans Geheimdienstminister Chatib ausgeschaltet worden", erklärte der israelische Verteidigungsminister Israel Katz.
Israel hatte am Dienstag bekanntgegeben, Laridschani und des Chef der mächtigen Basidsch-Miliz, Gholamresa Soleimani, getötet zu haben. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bezeichnete Laridschani als "den Chef der Revolutionsgarden, jener Verbrecherbande, die den Iran in Wirklichkeit regiert".
Teheran reagierte zunächst stundenlang nicht auf die israelischen Angaben zum Tod des 68-jährigen Laridschani, der laut Experten nach dem Tod von Chamenei als De-Facto-Führer in Teheran galt und von dort aus die iranischen Angriffe steuerte. Erst am späten Abend bestätigte der Oberste Nationale Sicherheitsrat dann den Tod seines Chefs. Laridschani sei "nach einem lebenslangen Kampf für den Fortschritt des Iran und der Islamischen Revolution" zum "Märtyrer" geworden, hieß es.
Laridschanis Tötung bedeutet nach Ansicht von Experten den schwersten Schlag für die Führung in Teheran seit der Tötung von Chamenei. Chameneis Sohn Modschtaba wurde zwar zum obersten Führer ernannt, tauchte bisher aber nicht in der Öffentlichkeit auf. Den USA zufolge ist er verletzt worden.
Die iranischen Revolutionsgarden erklärten am Mittwoch, als Vergeltung für Laridschanis Tötung Raketen auf das Zentrum Israels abgefeuert zu haben. In Israel teilten die Rettungskräfte mit, zwei Menschen seien durch einen iranischen Raketenangriff nahe Tel Aviv getötet worden. Mehrere Stellen im Zentrum des Landes wurden in der Nacht Behördenangaben zufolge von herabfallenden Geschossen getroffen. Die Polizei erklärte, eine Streubombe habe ein Wohnhaus in Ramat Gan vor Tel Aviv getroffen.
Iranische Medien wiederum meldeten, dass bei Angriffen in der westlichen Provinz Lorestan sieben Menschen getötet worden seien.
Die iranischen Revolutionsgarden warnten unterdessen, Laridschanis Tod werde weitere Angriffe nach sich ziehen. Armeechef Amir Hatami drohte, die iranische Antwort "auf die Ermordung des Vorsitzenden des Obersten Nationalen Sicherheitsrats wird entschlossen und bedauerlich sein".
Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi erklärte, die Folgen des Iran-Krieges würden weltweit zu spüren sein. "Die Welle globaler Auswirkungen hat gerade erst begonnen und wird alle treffen, unabhängig von Wohlstand, Glauben oder Herkunft", schrieb er im Onlinedienst X.
Israel und die USA hatten am 28. Februar mit massiven Luftangriffen auf den Iran begonnen. Der Iran reagiert seitdem mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel, mehrere Golfstaaten sowie US-Einrichtungen in der Region. Seit Kriegsbeginn ist die Straße von Hormus, durch die rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports verläuft, durch den Iran de facto gesperrt.
Die US-Armee griff nun nach eigenen Angaben iranische Raketenanlagen nahe der Straße von Hormus mit bunkerbrechenden Bomben an. Es seien mehrere 2,3-Tonnen-Bomben gegen "befestigte" iranische Raketenanlagen entlang der Küste nahe der strategisch wichtigen Meerenge eingesetzt worden, erklärte das US-Militärkommando Centcom. "Die iranischen Anti-Schiffs-Marschflugkörper an diesen Standorten stellten ein Risiko für die internationale Schifffahrt in der Meerenge dar."
Jede der 2,3-Tonnen-Bomben kostet geschätzt umgerechnet 250.000 Euro. Es handelt sich um eine der schwersten Bomben im US-Arsenal.
US-Präsident Donald Trump hatte zuvor Deutschland und andere Nato-Länder am Dienstag scharf für die ausbleibende Hilfe bei der militärischen Absicherung der Schifffahrt in der Straße von Hormus kritisiert. Er sprach von einem "dummen Fehler" und nannte die ausbleibende Hilfe "schockierend". Zuvor hatte er auf Unterstützung gedrängt, woraufhin die Nato-Partner jedoch ablehnend reagierten. Zugleich vollzog Trump am Dienstag eine Kehrtwende und verkündete, die USA bräuchten in der Meerenge keine Hilfe gegen iranische Angriffe.
L.Meier--VB