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Iran bestätigt Tod von mächtigem Sicherheitschef Laridschani
Er galt als "De-facto-Führer des iranischen Regimes" seit Beginn des Krieges - nun ist der mächtige Sicherheitschef Ali Laridschani von der israelischen Armee getötet worden. Der Tod des 68-Jährigen wurde am Dienstagabend von Teheran bestätigt. Zudem wurde der Anführer der für die innere Sicherheit im Iran zuständigen Basidsch-Miliz, Gholamresa Soleimani, getötet.
Laridschani sei "nach einem lebenslangen Kampf für den Fortschritt des Iran und der Islamischen Revolution" zum "Märtyrer" geworden, erklärte am Dienstagabend der Oberste Nationale Sicherheitsrat des Iran, dessen Chef Laridschani war. Seine Tötung bedeutet nach Ansicht von Experten den schwersten Schlag für die Führung in Teheran seit der Tötung des obersten Führers des Iran, Ayatollah Ali Chamenei, gleich am ersten Kriegstag. Mit Laridschani wurden nach iranischen Angaben auch sein Sohn und mehrere Leibwächter getötet.
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bezeichnete Laridschani am Dienstag als den Chef "jener Verbrecherbande, die den Iran in Wirklichkeit regiert". Das israelische Militär nannte de 68-Jährigen den "faktischen Anführer des Regimes" in Teheran vor allem seit Kriegsbeginn. Aus israelischen Militärkreisen hieß es, er habe die Entscheidungen für Angriffe getroffen und "die Strippen gezogen". Netanjahu sagte, nun hätten die Iraner die Chance, "ihr Schicksal in die eigene Hand zu nehmen".
Teheran reagierte auf die israelischen Angaben zum Tod Laridschanis stundenlang nicht. Vielmehr wurde auf seinen Onlineprofilen eine handschriftliche Mitteilung von ihm veröffentlicht. In dem undatierten Beitrag reagiert Laridschani auf den Tod von 84 Marinesoldaten, die Anfang des Monats beim Angriff eines US-U-Boots im Indischen Ozean getötet worden waren. Erst am späten Abend dann bestätigte der Oberste Nationale Sicherheitsrat offiziell den Tod seines Chefs.
Kurz zuvor hatten die iranischen Revolutionsgarden bereits die Tötung von Basidsch-Chef Soleimani bestätigt. Er sei "einer terroristischen Attacke des amerikanisch-zionistischen Feindes" zum Opfer gefallen, hieß es auf der offiziellen Website der Revolutionsgarden. Soleimani starb nach Angaben der israelischen Armee bei einem "Präzisionsangriff in Teheran" auf der Grundlage von Geheimdienstinformationen.
Die unter der Verantwortung der Revolutionsgarden stehenden Basidsch hätten "die wichtigsten Unterdrückungsmaßnahmen" bei den rund um den Jahreswechsel niedergeschlagenen Massenprotesten gegen die iranische Führung zu verantworten, erklärte die israelische Armee. Dabei wurden nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten tausende Menschen im Iran getötet und zehntausende festgenommen. Die vor allem aus jungen Mitgliedern bestehende Basidsch-Miliz spielt eine entscheidende Rolle im Sicherheitsapparat der islamischen Republik und ist in allen wichtigen staatlichen Institutionen vertreten.
Israels Verteidigungsminister Katz sagte in einer Videobotschaft, Laridschani und Soleimani hätten sich mit dem getöteten Chamenei "in den Tiefen der Hölle vereint". Die israelische Armee kündigte an, sie wolle nun auch Chameneis Sohn Modschtaba töten. Dieser war am 8. März als Nachfolger seines Vaters zum politischen und religiösen Oberhaupt des Iran gewählt worden, trat seitdem allerdings nicht öffentlich auf. "Wir wissen nichts über Modschtaba Chamenei, wir hören nichts von ihm, wir sehen ihn nicht, aber eines kann ich Ihnen sagen: Wir werden ihn aufspüren, ihn finden und ihn neutralisieren", sagte Militärsprecher Effie Defrin.
Unterdessen versammelten sich am Dienstag im Iran Menschenmengen, nachdem die Behörden zu landesweiten Kundgebungen aufgerufen hatten. Diese sollten sich gegen "potenzielle Komplotte" Israels richten. Aufnahmen im Staatsfernsehen zeigten, dass am frühen Abend in der Hauptstadt Teheran und anderen Städten große Menschenmengen zusammenkamen. Viele schwenkten demnach die iranische Flagge.
M.Betschart--VB