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Israel: Irans mächtiger Sicherheitschef Laridschani getötet - Teheran äußert sich nicht
Zweieinhalb Wochen nach dem Beginn des Iran-Krieges hat Israel nach eigenen Angaben den mächtigen Sicherheitschef Ali Laridschani getötet. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bezeichnete Laridschani am Dienstag als den Chef "jener Verbrecherbande, die den Iran in Wirklichkeit regiert". Auch der Anführer der für die innere Sicherheit zuständigen Basidsch-Miliz, Gholamresa Soleimani, sei getötet worden, erklärte Israels Verteidigungsminister Israel Katz. Teheran äußerte sich zunächst nicht zu den Angaben aus Israel. Derweil versammelten sich im Iran nach einem Aufruf der Behörden Menschenmengen zu regierungsfreundlichen Kundgebungen.
Die Tötung des 68-jährigen Laridschani würde den schwersten Schlag für die Führung in Teheran seit dem Tod des obersten Führers des Iran, Ali Chamenei, am ersten Kriegstag bedeuten. Laridschani leitete den Obersten Nationalen Sicherheitsrat und tat sich seit Beginn Krieges am 28. Februar mit martialischen Äußerungen in Richtung der Kriegsgegner Israel und USA hervor. Er galt als eine der tragenden Säule der Führung in Teheran und stand Chamenei nahe, mit dem Beginn des Krieges gewann er noch mehr an Macht.
Das israelische Militär bezeichnete Laridschani als "faktischen Anführer des Regimes" in Teheran vor allem seit Kriegsbeginn. Aus israelischen Militärkreisen hieß es, er habe die Entscheidungen für Angriffe getroffen und "die Strippen gezogen". Netanjahu sagte, nun hätten die Iraner die Chance, "ihr Schicksal in die eigene Hand zu nehmen".
Laridschani sei praktisch die Schlüsselfigur "für das Überleben des Regimes, seine Regionalpolitik und seine Verteidigungsstrategie" gewesen, sagte David Khalfa, Mitbegründer des Atlantic Middle East Forum. "Es ist der oberste Führer, der den Befehl erteilt, aber er ist derjenige, der ihn ausführt. Er ist die rechte Hand."
Kurz nachdem Israel die Tötung Laridschanis bekannt gab, wurde auf den Onlineprofilen Laridschanis eine handschriftliche Mitteilung von ihm veröffentlicht. In dem in den Onlinediensten X und Telegram geteilten und undatierten Beitrag reagiert Laridschani auf den Tod von 84 Marinesoldaten, die Anfang des Monats beim Angriff eines US-U-Boots im Indischen Ozean getötet worden waren.
Zuvor hatte die israelische Armee bereits die Tötung von Basidsch-Chef Soleimani durch einen "Präzisionsangriff in Teheran" auf der Grundlage von Geheimdienstinformationen bestätigt. Die unter der Verantwortung der Revolutionsgarden stehenden Basidsch hätten "die wichtigsten Unterdrückungsmaßnahmen" bei den rund um den Jahreswechsel niedergeschlagenen Massenprotesten gegen die iranische Führung zu verantworten, erklärte die israelische Armee. Dabei wurden nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten tausende Menschen im Iran getötet und zehntausende festgenommen.
Verteidigungsminister Katz sagte in einer Videobotschaft, Laridschani und Soleimani hätten sich mit dem getöteten Chamenei "in den Tiefen der Hölle vereint". Die vor allem aus jungen Mitgliedern bestehende Basidsch-Miliz spielt eine entscheidende Rolle im Sicherheitsapparat der islamischen Republik und ist in allen wichtigen staatlichen Institutionen vertreten.
Die USA und Israel hatten am 28. Februar mit Luftangriffen gegen den Iran begonnen. Teheran reagiert seitdem mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel sowie auf mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Region.
Unterdessen versammelten sich am Dienstag im Iran Menschenmengen, nachdem die Behörden zu landesweiten Kundgebungen aufgerufen hatten. Diese sollten sich gegen "potenzielle Komplotte" Israels richten. Aufnahmen im Staatsfernsehen zeigten, dass am frühen Abend in der Hauptstadt Teheran und anderen Städten große Menschenmengen zusammenkamen. Viele schwenkten demnach die iranische Flagge.
F.Stadler--VB