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Russischer Drohnenangriff auf Kiew am helllichten Tag – Verletzte in weiteren Regionen
Bei einem seltenen russischen Angriff am helllichten Tag auf die ukrainische Hauptstadt Kiew sind am Montag mehrere Explosionen zu hören gewesen. Wie AFP-Reporter weiter berichteten, fing die ukrainische Flugabwehr zahlreiche russische Geschosse ab, Rauchwolken stiegen über Kiew auf. Einwohner suchten mitten in der Hauptverkehrszeit am Morgen Schutz. Luftalarm wurde erstmals gegen 08.30 Uhr Ortszeit (07.30 MEZ) ausgelöst.
Kurz vor Aufhebung des Luftalarms teilte Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko mit, dass Drohnentrümmer in zwei Gegenden "mitten im Zentrum der Hauptstadt" herabgefallen seien. Es lägen keine Angaben über Verletzte vor. Einsatzkräfte seien unterwegs zu den betroffenen Orten. Nach vorläufigen Angaben seien keine Brände ausgelöst worden.
Die ukrainische Luftwaffe schrieb im Onlinedienst Telegram von mehreren Drohnenschwärmen und mindestens einem Marschflugkörper, mit denen die Hauptstadt attackiert worden sei. Nach Angaben aus der Armee nahestehenden Telegram-Gruppen fing die Luftabwehr zwei auf Kiew zufliegende Marschflugkörper ab. Die Luftabwehr hatte zudem vor einem Objekt gewarnt, das mit hoher Geschwindigkeit aus dem an Russland grenzenden Norden des Landes auf Kiew zusteuere.
Auch die zweitgrößte ukrainische Stadt Charkiw nahe der Grenze zu Russland wurde erneut attackiert. Nach Angaben der Stadtverwaltung wurde dabei ein Mensch verletzt, Einrichtungen der Verkehrsinfrastruktur seien beschädigt worden.
In der in Teilen von Russland kontrollierten südukrainischen Region Cherson wurde ein 67-jähriger Mann laut Behördenangaben durch eine russische Drohne in seinem Auto verletzt. In der Region Saporischschja im Südosten wurden ein 18-jähriger Mann sowie eine 48-jährige und eine 81-jährige Frau bei einem russischen Angriff verletzt. Auch Teile der Region Saporischschja werden von russischen Truppen besetzt.
Die russische Hauptstadt Moskau wurde nach Angaben von Bürgermeister Sergej Sobjanin in den vergangenen Tagen ebenfalls von Angriffen getroffen. Die russische Luftabwehr habe etwa 250 ukrainische Drohnen abgeschossen, "während sie sich Moskau näherten".
Die russischen Streitkräfte haben in den vergangenen Monaten ihre Angriffe mit Drohnen und Raketen auf Ziele in der Ukraine verstärkt. Diese richten sich oft gegen Energieanlagen.
Die USA bemühen sich seit Monaten, die Ukraine und Russland zum Abschluss eines Waffenruhe-Abkommens zu bewegen. Eine geplante dritte Runde direkter Gespräche zwischen russischen und ukrainischen Vertretern fand jedoch wegen des Beginns des Iran-Kriegs vorerst nicht statt.
R.Flueckiger--VB