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Bundesregierung fordert Freilassung von Deutsche-Welle-Journalist in Türkei
Die Bundesregierung hat die Freilassung des in der Türkei festgenommenen Deutsche-Welle-Journalisten Alican Uludag gefordert. "Ich fordere die türkische Regierung auf, dafür zu sorgen, dass Alican Uludag sofort aus der Haft zu entlassen wird", erklärte Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) am Freitag in Berlin. Auch Vizeregierungssprecher Sebastian Hille äußerte sich besorgt und mahnte die Achtung der Medienfreiheit an.
"Journalistische Arbeit ist keine Straftat", betonte Weimer. Die Vorwürfe der türkischen Behörden gegen Uludag bezeichnete er als "haltlos". Die Deutsche Welle und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssten "in der Türkei frei arbeiten und unabhängig berichten können", erklärte er.
"Die Bundesregierung ist zutiefst besorgt über diesen Vorgang", sagte auch Hille in Berlin. Presse- und Meinungsfreiheit seien "unverzichtbare Grundpfeiler demokratischer Gesellschaften". Journalistinnen und Journalisten müssten ihre Arbeit frei und ohne Angst vor Repressionen ausüben können. "Das gilt natürlich auch in der Türkei", sagte der Regierungssprecher.
Hille wies darauf hin, dass die Lage der Pressefreiheit in der Türkei schon seit Jahren "Gegenstand internationaler Besorgnis" sei. Vor diesem Hintergrund komme "dem Schutz der Medienschaffenden und rechtsstaatlichen Verfahren besondere Bedeutung zu". Die Bundesregierung werde sich dafür mit Nachdruck einsetzen.
Uludag war in der Türkei unter dem Vorwurf der "Präsidentenbeleidigung" sowie der "Verbreitung irreführender Informationen" festgenommen worden. Er wurde am Donnerstagabend ins Präsidium der Istanbuler Provinzpolizei gebracht.
Auch die Deutsche Welle forderte die umgehende Freilassung Uludags. Die Vorwürfe gegen ihn gehen nach Angaben des Senders auf einen Beitrag des Journalisten im Internetdienst X vor eineinhalb Jahren zurück. Darin habe er sich kritisch über Maßnahmen der türkischen Regierung geäußert, die mögliche Kämpfer der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) freigelassen habe. Der türkischen Regierung habe er zudem Korruption vorgeworfen.
K.Hofmann--VB