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Bundesschülerkonferenz sieht Social-Media-Verbot kritisch
Die Bundesschülerkonferenz sieht ein mögliches Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche kritisch. Probleme wie Sucht, psychische Belastungen oder Mobbing würden damit nur "in ein zwei, drei Jahre höheres Alter" verschoben, sagte Generalsekretärin Amy Kirchhoff am Freitag im Deutschlandfunk. Sie forderte, statt eines Verbots besser die Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen zu stärken.
Kirchhoff stimmte den Analysen zu, wonach Social-Media-Nutzung viele Gefahren beinhalte und Suchtverhalten auslösen könne. Dies sei von den Plattformen ja auch so beabsichtigt. Allerdings sehe sie "das große Problem nicht im Alter" sondern eben in fehlender Medienkompetenz. Maßnahmen etwa zur Regulierung von Plattformen oder deren Nutzung müssten daher mit einer Förderung dieser Kompetenz zusammengedacht werden: "Für uns ist wichtig, dass die Medienkompetenz nicht hinten runterfällt."
Social-Media-Kanäle seien zudem wichtige Informationsquellen für junge Menschen, hob Kirchhoff weiter hervor. Mit Blick auf ein mögliches Verbot sagte sie: "Ich glaube, da fällt eine Hauptinformationsquelle weg von Jugendlichen." Viele würden eben nicht nur "Daddeln", sondern auch zum Beispiel "den Tagesschau-Post anschauen, um zu sehen, was in der Welt los ist". Es wäre unrealistisch anzunehmen, durch ein Verbot würden Jugendliche wieder mehr Radio hören oder Zeitungen lesen, um sich über das Weltgeschehen zu informieren.
Ein Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche wird derzeit parteiübergreifend diskutiert. Auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) zeigt sich offen dafür. Das Bundesfamilienministerium hat eine Expertenkommission eingesetzt, die bis zum Sommer Vorschläge vorlegen soll.
P.Vogel--VB