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Kiew: Erneute Angriffe auf die Ukraine treffen auch Verhandlungstisch in Abu Dhabi
Kiew hat die massiven russischen Angriffe auf die Ukraine inmitten der Verhandlungen über eine Beendigung des Krieges in Abu Dhabi scharf kritisiert. "Friedensbemühungen? Trilaterales Treffen in den Vereinigten Arabischen Emiraten? Diplomatie? Für die Ukrainer war es eine weitere Nacht russischen Terrors", erklärte der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha am Samstag im Onlinedienst X. Er machte den russischen Präsidenten Wladimir Putin persönlich dafür verantwortlich.
"Zynischerweise hat Putin einen brutalen massiven Raketenangriff gegen die Ukraine angeordnet, während sich Delegationen in Abu Dhabi treffen, um den US-geführten Friedensprozess voranzubringen", kritisierte Sybiha. "Seine Raketen haben nicht nur unser Volk, sondern auch den Verhandlungstisch getroffen."
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte auf X, Russland habe sein Land in der Nacht mit "mehr als 370 Angriffsdrohnen und 21 Raketen unterschiedlichen Typs" beschossen. Neben der Hauptstadt Kiew und deren Umland, wo insbesondere Energieinfrastruktur angegriffen worden sei, seien auch die Regionen Sumy, Charkiw und Tschernihiw betroffen gewesen. Ein Todesopfer und Dutzende Verletzte, darunter ein Kind, seien zu beklagen.
Selenskyj forderte von allen Partnern der Ukraine eine "starke Antwort" auf diese Angriffe. Dazu gehörten Lieferungen an die ukrainische Luftabwehr.
Am Freitag hatten in Abu Dhabi die ersten bekannten Dreier-Gespräche zwischen Vertretern der Ukraine, Russlands und der USA über eine Beendigung des Ukraine-Kriegs begonnen. Die Verhandlungen sollten am Samstag fortgesetzt werden.
Der ukrainische Chef-Verhandler Rustem Umerow erklärte, die Verhandlungen in Abu Dhabi konzentrierten sich auf "die Parameter zur Beendigung von Russlands Krieg und die weitere Logik des Verhandlungsprozesses". Selenskyj kritisierte nach dem ersten Verhandlungstag, es gebe "noch zu viele Schlüsse zu ziehen". Es sei "nötig, dass nicht nur die Ukraine diesen Krieg beenden und vollkommene Sicherheit erreichen will", auch "ein ähnlicher Wille" Russlands sei erforderlich.
Es ist das erste Mal, dass Vertreter der drei Länder gemeinsam über den US-Friedensplan beraten. Kurz vor Verhandlungsbeginn hatte Moskau seine Maximalforderung bekräftigt, wonach die ukrainische Armee sich aus der gesamten Region Donbass einschließlich bisher nicht von Russland kontrollierter Gebiete zurückziehen soll. Die Ukraine lehnt dies bislang kategorisch ab.
D.Schaer--VB