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Berlinale und Cannes fordern Freilassung von iranischen Filmemachern
Nach der Festnahme von drei iranischen Filmemachern binnen einer Woche haben die Berlinale-Leitung und die Organisatoren des Filmfestivals von Cannes deren sofortige Freilassung gefordert. "Die Festnahme ist ein weiterer Verstoß gegen die Meinungsfreiheit und Freiheit der Kunst", hieß es in einer Erklärung der Berlinale-Leitung am Montag. Der iranische Filmemacher und Berlinale-Gewinner Jafar Panahi wurde am Montag festgenommen. Am Freitag waren bereits der ebenfalls international preisgekrönte Filmemacher Mohammad Rasoulof sowie dessen Kollege Mostafa Aleahmad festgenommen worden.
"Wir fordern die iranischen Behörden auf, die inhaftierten Filmemacher umgehend auf freien Fuß zu setzen", erklärte das Leitungsduo der Berlinale, Mariette Rissenbeek und Carlo Chatrian. Auch die Organisatoren des Filmfestivals von Cannes erklärten, sie verurteilten die Festnahmen der Regisseure sowie "die Welle der Repression" gegen Künstler im Iran "aufs Schärfste" und forderten deren sofortige Freilassung.
Panahi wurde nach Informationen der iranischen Nachrichtenagentur Mehr abgeführt, als er am Montag bei der Staatsanwaltschaft in Teheran den Fall seines am Freitag festgenommenen Kollegen Rasoulof ansprechen wollte. Es gebe noch keine Informationen über den Grund für Panahis Festnahme oder zu den anderen in der vergangenen Woche Festgenommen, berichtete Mehr.
Panahi war 2010 festgenommen und später wegen "Propaganda gegen das Regime" zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt worden; auch wurde ihm verboten, Filme zu drehen, Drehbücher zu schreiben oder sich gegenüber Medien zu äußern. Panahi wurde vorgeworfen, im Jahr 2009 Proteste gegen die Wiederwahl des ultrakonservativen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad unterstützt und kritische Filme gedreht zu haben.
Da er das Land nicht verlassen darf, konnte er zwei internationale Auszeichnungen nicht persönlich entgegen nehmen - 2015 hatte Panahi den Goldenen Bären der Berlinale für seinen Film "Taxi Teheran" sowie 2018 den Preis in Cannes für das beste Drehbuch für seinen Film "Drei Gesichter" erhalten.
Sein Kollege Rasoulof bekam 2020 den Goldenen Bären für seinen Film "Doch das Böse gibt es nicht" sowie im Jahr 2017 den Hauptpreis in der Sektion Un Certain Regard in Cannes für "Ein integrer Mann". Auch er konnte die Preise nicht abholen, da er das Land nicht verlassen darf.
Laut staatlicher Nachrichtenagentur Irna wurde Rasoulof vergangene Woche zusammen mit seinem Kollegen Mostafa Aleahmad wegen "Anstiftung zur Unruhe" festgenommen. Den beiden Männern wird laut Irna vorgeworfen, sie hätten nach dem verheerenden Einsturz eines Hochhauses mit 43 Toten in Abadan im Mai Demonstrationen unterstützt und "die psychologische Sicherheit der Gesellschaft gestört".
2018 hatte Teheran Bitten des US-Regisseurs Oliver Stone ignoriert, Panahi zur Premiere von "Drei Gesichter" nach Cannes reisen zu lassen. Um auf seine Abwesenheit aufmerksam zu machen, wurde ein Sitzplatz für ihn freigelassen. Trotz der Repressionen will Panahi im Iran bleiben: "Ich liebe mein Land und würde trotz all der Einschränkungen nie woanders leben wollen", hatte der Filmemacher einmal gesagt.
Iranische Behörden haben in den vergangenen Wochen mehrere Kritiker festgenommen, darunter den prominenten Reformpolitiker Mostafa Tadschsadeh wegen "gegen die Sicherheit des Staates gerichteter Umtriebe".
L.Janezki--BTB