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Israelische Behörden fahnden nach Anschlag in Elad nach zwei Palästinensern
Nach dem Anschlag mit drei Toten in Elad haben die israelischen Behörden am Freitag mit Hochdruck nach den Tätern gesucht: Mit einem Großaufgebot an Sicherheitskräften, Hubschraubern und Drohnen fahndeten sie nach zwei palästinensischen Verdächtigen. Verteidigungsminister Benny Gantz kündigte Maßnahmen an, um die Angreifer daran zu hindern, in das besetzte Westjordanland zu "fliehen". Bei Zusammenstößen zwischen israelischen Sicherheitskräften und Palästinensern nahe Nablus wurden 38 Menschen verletzt.
Bei den Verdächtigen handelt es sich nach Polizeiangaben um zwei 19 und 20 Jahre alte Palästinenser aus dem Ort Rummanah nahe Dschenin im Norden des von Israel besetzten Westjordanlandes. Die Polizei veröffentlichte Fotos und Namen der beiden Männer und bat die Bevölkerung um Hinweise zu deren Aufenthaltsort.
Bei dem Angriff am Donnerstag wurden nach Angaben des israelischen Rettungsdienstes Magen David Adom (MDA) drei Menschen getötet und vier weitere verletzt. Nach Angaben der israelischen Regierung handelt es sich bei den Opfern um zwei 44 und 49 Jahre alte Männer aus Elad und einen 35-Jährigen aus Lod.
Augenzeugen zufolge waren die Angreifer aus einem Auto gesprungen und hatten Passanten mit Äxten angegriffen, bevor sie mit ihrem Fahrzeug flüchteten. Ein Großteil der 50.000 Einwohner der am östlichen Rand von Tel Aviv gelegenen Stadt Elad sind ultra-orthodoxe Juden.
"Wir werden die Terroristen in die Finger bekommen und dafür sorgen, dass sie den Preis dafür zahlen", erklärte Ministerpräsident Naftali Bennett. Gantz kündigte an, dass eine Abriegelung des Westjordanlandes bis Sonntag in Kraft bleiben werde.
In dem Palästinensergebiet gab es auch am Freitag wieder Zusammenstöße zwischen Palästinensern und israelischen Sicherheitskräften. 38 Menschen wurden dabei nach Angaben des palästinensischen Roten Halbmonds verletzt, darunter zwei Jugendliche, die von Gummigeschossen getroffen worden seien.
Die Spannungen zwischen Israelis und Palästinensern haben sich in den vergangenen Wochen zugespitzt. Seit dem 22. März wurden bei von Palästinensern oder arabischen Israelis ausgeführten Angriffen in Israel und dem Westjordanland 18 Menschen getötet. Bei Einsätzen der israelischen Sicherheitskräfte unter anderem im Westjordanland wurden 27 Palästinenser und drei arabische Israelis getötet, unter ihnen mehrere mutmaßliche Attentäter.
Der Anschlag in Elad ereignete sich am 74. Unabhängigkeitstag Israels. Israels Außenminister Jair Lapid verurteilte den "mörderischen Angriff" und erklärte, die Freude über den Feiertag sei binnen kurzer Zeit zerstört worden.
Die Bundesregierung bezeichnete den Anschlag als einen "Stich ins Herz Israels". "Schon wieder hat ein Anschlag in Israel das Leben argloser und unschuldiger Menschen zerstört, schon wieder haben Attentäter mit erschreckender Kaltblütigkeit zugeschlagen", erklärte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes in Berlin.
Auch der palästinensische Präsident Mahmud Abbas verurteilte "die Tötung israelischer Zivilisten" in Elad und warnte, dies könne zu einer Spirale der Gewalt führen.
Die radikalislamische Hamas, die den Gazastreifen kontrolliert, und die Organisation Islamischer Dschihad begrüßten hingegen den Anschlag, auch wenn sie ihn nicht für sich reklamierten. "Dieser Einsatz zeigt die Wut unseres Volkes über die Angriffe der Besatzer auf heilige Stätten", sagte Hamas-Sprecher Hasem Kassem. "Die Erstürmung der Al-Aksa-Moschee darf nicht ungestraft bleiben."
Er bezog sich damit auf die jüngsten Zusammenstöße zwischen Palästinensern und israelischen Sicherheitskräften auf dem Tempelberg an der Al-Aksa-Moschee in Jerusalem. Seit April kommt es dort regelmäßig zu Ausschreitungen, hunderte Menschen wurden verletzt. Die Hamas hatte unter Verweis auf einen israelischen Polizeieinsatz in der Al-Aksa-Moschee in der vergangenen Woche mit Anschlägen auf Synagogen sowie Raketenangriffen auf Israel gedroht.
Der Tempelberg mit der Al-Aksa-Moschee und dem angrenzenden Felsendom gilt als drittheiligste Stätte des Islam. Das Judentum verehrt den Tempelberg als seinen allerheiligsten Ort.
G.Schulte--BTB