-
Stephen Miller übernimmt nach republikanischer Wahlniederlage Trumps Stabsführung
-
Benzinpreis fällt in der Schweiz erstmals seit August unter zwei Franken
-
Novartis prüft Tumormeldungen nach Behandlungen mit Zolgensma
-
Wenn die Enkelbetreuung Grosseltern an die Belastungsgrenze bringt
-
Ronaldinho und Del Piero begeistern 24.000 Zuschauer im Letzigrund
-
Kürbis-Pancakes bringen herbstliche Aromen auf den Brunchtisch
-
Miro Muheims Distanztreffer sorgt in der Bundesliga für Aufsehen
-
Geplantes Ende der 50-Euro-Grenze beim Einkauf in Deutschland polarisiert
-
USA setzen Millionenbelohnung für Hinweise zu Irans Atomprogramm aus
-
Maximilian Streule schafft nach Herzoperation den Sprung ins Nationalteam
-
Unfall und brennendes Auto führen auf der A1 bei Härkingen zu Stau
-
Nach Tod von 14 Pferden erhält betroffene Familie mehr als 60.000 Franken
-
Werkstattbrand in Giebenach verursacht hohen Sachschaden
-
Flucht vor Polizei endet in Andwil mit schwerem Unfall an Wohnhaus
-
Indiens Börsengang-Markt erreicht Rekordwert von 2,23 Lakh Crore
-
USS Theodore Roosevelt trifft in Singapur ein
-
2000 Eingaben zur St. Galler Ortsplanung: Konflikt um Ökologie und Mieterschutz
-
Thomas Strobls 'Sound of Strobl': Unvorhersehbare musikalische Reise
Russland will völlige Kontrolle über Donbass und Südukraine erreichen
Russland strebt im Krieg gegen die Ukraine die vollständige Kontrolle über den gesamten Donbass sowie den Süden des Landes an. Dies sei seit Beginn der "zweiten Phase der Spezialoperation" eine der Aufgaben der Armee, sagte Generalmajor Rustam Minnekajew am Freitag laut russischen Nachrichtenagenturen. Die UNO kam derweil zu der Einschätzung, dass sich die Taten der russischen Armee seit Kriegsbeginn "als Kriegsverbrechen erweisen" könnten.
Mit der Eroberung des Donbass und des Südens könne eine "Landverbindung" zur annektierten Krim-Halbinsel geschaffen werden, sagte Minnekajew. Seine Äußerungen waren die bislang detailliertesten Angaben zu Russlands Zielen in der "zweiten Phase" des Militäreinsatzes.
Die Ukraine, die in den vergangenen Tagen umfangreiche Waffenlieferungen westlicher Länder erhalten hatte, zeigte sich hingegen siegesgewiss. "Sie können das Unvermeidliche nur hinauszögern - den Zeitpunkt, an dem die Invasoren unser Gebiet verlassen müssen, insbesondere Mariupol", sagte Präsident Wolodymyr Selenskyj am Donnerstagabend.
Moskau hatte die strategisch wichtige Hafenstadt am Donnerstag für "befreit" erklärt. Kiew widersprach und erklärte am Freitag, die ukrainischen Kämpfer, die sich im Stahlwerk der Stadt verschanzt haben, blieben "standhaft".
Regionalgouverneur Pawlo Kyrylenko beschrieb die Lage der verbliebenen Soldaten am Freitag als "sehr schwierig". Die Bombardierungen auf das Gelände hielten an. Die Kämpfer würden jedoch "so lange wie nötig durchhalten". Der Gouverneur bezeichnete den Ausgang der Gefechte in Mariupol als entscheidend für den gesamten Kriegsverlauf. "Der Erfolg der russischen Offensive im Süden hängt vom Schicksal von Mariupol ab."
In dem riesigen Industriekomplex in Mariupol halten sich laut Kyrylenko auch noch rund 300 zivilisten auf. Hoffnung auf ein Entkommen aus der zerstörten Stadt gab es für diese Menschen am Freitag nicht. Es könnten keine Fluchtkorridore eingerichtet werden, da die Lage zu gefährlich sei, erklärte Vize-Ministerpräsidentin Iryna Wereschtschuk auf Telegram. "An alle, die darauf warten, in Sicherheit gebracht zu werden: Bitte wartet geduldig und haltet durch!"
Das russische Verteidigungsministerium erklärte am Freitag, Russland sei "jederzeit" zu einer Feuerpause auf dem Industriegelände Asow-Stahl in Mariupol bereit. Voraussetzung für eine solche "humanitäre Pause" wäre, dass die ukrainischen Verbände die weiße Flagge hissten.
Die UNO erklärte am Freitag, Russlands Taten in der Ukraine seit Kriegsbeginn könnten auf Kriegsverbrechen hinauslaufen. "Die russischen Truppen haben wahllos Wohngebiete bombardiert, Zivilisten getötet und Krankenhäuser, Schulen und andere zivile Einrichtungen zerstört, lauter Taten, die sich als Kriegsverbrechen erweisen könnten", sagte Ravina Shamdasani, Sprecherin des UN-Menschenrechtskommissariats. So sei allein in Butscha die "unrechtmäßige Tötung" von 50 Zivilisten dokumentiert worden.
Jüngste Satellitenbilder der US-Firma Maxar Technologies zeigen nach Unternehmensangaben zudem "die Existenz einer Massengrabanlage im Nordwesten von Manhusch", einem Dorf 20 Kilometer westlich von Mariupol.
Allein in diesem Dorf "sollen die Besatzer zwischen 3000 und 9000 Bewohner begraben haben", erklärte die Stadtverwaltung von Mariupol auf Telegram. Bürgermeister Wadym Boitschenko schätzte, dass die russischen Angriffe seit Beginn der Belagerung mindestens 20.000 Menschen in Mariupol getötet haben.
Der ukrainische Präsident Selenskyj begrüßte unterdessen die jüngsten Zusagen westlicher Militärhilfe, darunter schwere Artilleriewaffen, dutzende Haubitzen und 144.000 Schuss Munition aus den USA.
Großbritannien erklärte sich am Freitag bereit, Polen bei der Lieferung schwerer Waffen wie Panzer an die Ukraine unterstützen. London prüfe die Möglichkeit, "Panzer nach Polen zu schicken", während Warschau seinerseits T-72-Panzer an Kiew liefere, sagte Premierminister Boris Johnson.
Er kündigte zudem an, dass die britische Botschaft in der kommenden Woche wieder zurück in die Hauptstadt Kiew verlegt werde. Anfang der Woche hatten bereits Italien und Spanien diesen Schritt bekannt gemacht, davor die Türkei und Frankreich.
I.Meyer--BTB