-
Stephen Miller übernimmt nach republikanischer Wahlniederlage Trumps Stabsführung
-
Benzinpreis fällt in der Schweiz erstmals seit August unter zwei Franken
-
Novartis prüft Tumormeldungen nach Behandlungen mit Zolgensma
-
Wenn die Enkelbetreuung Grosseltern an die Belastungsgrenze bringt
-
Ronaldinho und Del Piero begeistern 24.000 Zuschauer im Letzigrund
-
Kürbis-Pancakes bringen herbstliche Aromen auf den Brunchtisch
-
Miro Muheims Distanztreffer sorgt in der Bundesliga für Aufsehen
-
Geplantes Ende der 50-Euro-Grenze beim Einkauf in Deutschland polarisiert
-
USA setzen Millionenbelohnung für Hinweise zu Irans Atomprogramm aus
-
Maximilian Streule schafft nach Herzoperation den Sprung ins Nationalteam
-
Unfall und brennendes Auto führen auf der A1 bei Härkingen zu Stau
-
Nach Tod von 14 Pferden erhält betroffene Familie mehr als 60.000 Franken
-
Werkstattbrand in Giebenach verursacht hohen Sachschaden
-
Flucht vor Polizei endet in Andwil mit schwerem Unfall an Wohnhaus
-
Indiens Börsengang-Markt erreicht Rekordwert von 2,23 Lakh Crore
-
USS Theodore Roosevelt trifft in Singapur ein
-
2000 Eingaben zur St. Galler Ortsplanung: Konflikt um Ökologie und Mieterschutz
-
Thomas Strobls 'Sound of Strobl': Unvorhersehbare musikalische Reise
Macron und Le Pen setzen nach TV-Duell zum Wahlkampf-Endspurt an
Endspurt im Wahlkampf in Frankreich: Nach ihrem mit harten Bandagen ausgefochtenen Fernsehduell haben Präsident Emmanuel Macron und seine rechtspopulistische Herausforderin Marine Le Pen am Donnerstag ihre Kundgebungen fortgesetzt. Ihnen blieben vor der Stichwahl am Sonntag noch zwei Tage, um unentschlossene Wähler für sich zu gewinnen. Eine Umfrage sah Macron als Sieger der TV-Debatte.
Knapp 15,6 Millionen Zuschauer und damit rund 900.000 weniger als vor fünf Jahren verfolgten am Mittwochabend die fast dreistündige Debatte, bei der sich beide Kontrahenten zeitweise heftig angriffen. Macron warf Le Pen vor, sich von Russland und Kremlchef Wladimir Putin abhängig gemacht zu haben. Le Pen beschimpfte ihrerseits den Amtsinhaber als "Klimaheuchler".
"Wenn Sie von Russland sprechen, dann sprechen Sie von Ihrem Geldgeber", sagte Macron in Anspielung auf die Kredite in Millionenhöhe, die Le Pen von einer russisch-tschechischen Bank erhalten hat. Le Pen bezeichnete die Anschuldigungen als "falsch und unehrlich". Den Kredit habe ihre Partei aufgenommen, weil keine französische Bank ihr ein Darlehen geben wollte. "Ich bin eine vollkommen freie Frau", erklärte sie.
Mit Blick auf den russischen Angriffskrieg erklärte sie ihre "Solidarität mit dem ukrainischen Volk". Sie unterstütze eine Ukraine, die von den USA, der EU und Russland unabhängig sei, fügte sie hinzu. Sie sprach sich erneut gegen einen Importstopp von russischem Gas und Öl aus. "Wir wollen ja kein Harakiri machen", sagte sie mit Blick auf französische Wirtschaftsinteressen.
In der Debatte um die künftige Klimapolitik warf Macron seiner Herausforderin vor, eine "Klimaskeptikerin" zu sein, was diese entschieden zurückwies. Sie wolle die Emissionen unter anderem durch "Wirtschaftspatriotismus" bekämpfen, indem Frankreich etwa mehr Obst und Gemüse produzieren als importieren solle. Umgekehrt warf Le Pen Macron vor, ein "Klimaheuchler" zu sein, der eine "Umweltpolitik der Strafen" betreibe.
Macron wolle überall Windparks vor die Küsten bauen lassen, "außer gegenüber von Le Touquet", sagte Le Pen in Anspielung auf den Ort am Ärmelkanal, in dem das Ehepaar Macron ein Ferienhaus hat. Windenergie sei ohnehin "eine wirtschaftliche und ökologische Absurdität", sagte Le Pen. Eine Energiewende sei zwar nötig, "aber sehr viel langsamer als bisher geplant".
Erwartungsgemäß lagen die Vorstellungen der beiden bei der Europapolitik am weitesten auseinander. Macron beschwor einmal mehr ein "starkes, unabhängiges Europa", das ein deutsch-französisches Vertrauensverhältnis voraussetze. Le Pen erwähnte die Beziehung Frankreichs zu Deutschland gar nicht erst und kündigte einen "massiven Umbau" der EU zu einem "Europa der Nationen" an. "Es gibt kein europäisches Volk", sagte sie.
Explosiv wurde die Debatte, als Le Pen ihre Forderung nach einem Kopftuchverbot im öffentlichen Raum bekräftigte. Sie sprach von einer von Islamisten "aufgezwungenen Uniform" und fügte hinzu, "wir müssen alle diese Frauen befreien". Macron warf ihr daraufhin vor, Millionen von Menschen auf diese Weise aus dem öffentlichen Raum zu verdrängen. "Sie riskieren einen Bürgerkrieg", sagte er.
Laut einer Blitzumfrage des Instituts Elabe hielten 59 Prozent der Zuschauer Macron nach dem TV-Duell für den überzeugenderen Kandidaten, 39 Prozent neigten Le Pen zu. In jüngsten Meinungsumfragen zur Wahl liegt Macron derzeit bei 55 bis 56,5 Prozent und damit rund zehn Prozentpunkte vor Le Pen. Experten weisen jedoch darauf hin, dass mehr als zehn Prozent der Franzosen, die wählen gehen wollen, noch unentschlossen sind.
Beiden Kandidaten blieben nur noch der Donnerstag und der Freitag, um die Unentschlossenen für sich zu gewinnen. Am Samstag sind keine Wahlkampfveranstaltungen mehr zugelassen.
S.Keller--BTB