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Blinken: Vermittler Katar hat Antwort der Hamas zu Geisel-Abkommen erhalten
US-Außenminister Antony Blinken hat bei einem Besuch in Katar angekündigt, Israel am Mittwoch eine Antwort der radikalislamischen Hamas zu einem neuen Geisel-Abkommen zu überbringen. Es gebe "noch viel zu tun", sagte Blinken am Dienstag vor Journalisten in Doha, nachdem der Vermittler Katar ihn über die Mitteilung der Hamas informiert hatte. "Aber wir glauben weiterhin, dass eine Einigung möglich und in der Tat unerlässlich ist". Blinken versicherte, er und die Partner der USA würden weiterhin "unermüdlich" daran arbeiten.
Das Abkommen biete "die Aussicht auf eine längere Ruhe", sagte Blinken. Zudem würden Geiseln aus dem Gazastreifen "heraus" und mehr Hilfe "hinein" kommen. "Das wäre eindeutig für alle Beteiligten von Vorteil, und ich denke, dass dies der beste Weg nach vorne ist", sagte er.
Katars Regierungschef Mohammed bin Abdulrahman Al-Thani zeigt sich hinsichtlich der Hamas-Antwort "optimistisch". Mit Verweis auf die "Sensibilität der Umstände" lehne er es jedoch ab, Details zu nennen.
Doha habe "eine Antwort von der Hamas erhalten, die sich auf den allgemeinen Rahmen der Vereinbarung über die Geiseln bezieht", sagte al-Thani nach dem Treffen mit Blinken. Die Antwort enthalte "einige Kommentare", sei aber "im Allgemeinen positiv". Die Hamas bestätigte, dass sie ihre Stellungnahme an Ägypten und Katar übermittelt habe.
Im Ringen um ein Abkommen zwischen Israel und der Hamas war Blinken am Sonntag zu seiner fünften Nahost-Reise seit Beginn des Kriegs aufgebrochen. Erste Station seiner Reise war am Montag Saudi-Arabien, am Dienstag reiste Blinken nach Ägypten und Katar weiter, die als wichtige Vermittler maßgeblich an der Ausarbeitung einer Ende Januar in Paris ausgehandelten neuen Vereinbarung beteiligt gewesen waren. Im Anschluss an Blinkens Besuch in Katar sind Gespräche in Israel und im Westjordanland geplant.
Bei seinem Besuch in Doha sagte Blinken zudem, der saudiarabische Kronprinz Mohammed bin Salman habe sein Interesse an einer Normalisierung der Beziehungen zu Israel bekräftigt. Eine Einigung mit Israel mache Riad aber von Fortschritten auf dem Weg zu einer Zweistaatenlösung abhängig. Diese sieht die Gründung eines friedlich neben Israel koexistierenden unabhängigen Palästinenserstaats vor.
Als Voraussetzungen für eine Normalisierung habe bin Salman "ein Ende des Konflikts im Gazastreifen und einen klaren, glaubwürdigen, zeitlich begrenzten Weg zur Errichtung eines palästinensischen Staates" genannt, sagte Blinken. Vor dem Hamas-Angriff auf Israel hatte es erhebliche Fortschritte in Richtung einer Normalisierung zwischen Israel und Saudi-Arabien gegeben. Die Normalisierung der Beziehungen wurde von US-Präsident Joe Biden vorangetrieben, der einen entsprechenden Erfolg auch mit Blick auf die Präsidentschaftswahl im November für sich verbuchen könnte.
Auch die beiden rivalisierenden Regionalmächte Iran und Saudi-Arabien hatten sich durch die Vermittlung Chinas wieder angenähert. Der Iran unterstützt die Hamas im Gazastreifen sowie weitere regionale islamistische Gruppen, darunter die Hisbollah im Libanon und die Huthi-Miliz im Jemen.
I.Stoeckli--VB