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Ukrainischer Geheimdienstchef: Werden Angriffe auf Russland ausweiten
Die Ukraine wird ihre Angriffe auf Russland nach Angaben des Chefs des ukrainischen Militärgeheimdienstes HUR ausweiten. "Die Zahl der Angriffe auf die russische Infrastruktur wird wahrscheinlich zunehmen", kündigte Kyrylo Budanow am Donnerstag im Onlinedienst Telegram an. Es sei "nützlich", dass die russische Zivilbevölkerung "die Realität des Krieges" sehe, erklärte er überdies dem Sender CNN. Indes meldete der HUR, in der Nacht zu Donnerstag ein russisches Kriegsschiff vor der Krim-Halbinsel "zerstört" zu haben.
Die Ukraine hat in den vergangenen Monaten die Angriffe auf Russland verstärkt und sich dabei besonders auf Grenzregionen wie Belgorod konzentriert. Am 30. Dezember waren dort bei einem Angriff laut russischen Angaben 25 Menschen getötet und hunderte verletzt worden. In der Nacht zu Donnerstag schoss Russland eigenen Angaben zufolge elf ukrainische Drohnen über dem Grenzgebiet zur Ukraine ab.
Als mögliche Angriffsziele nannte Budanow in seinem Online-Beitrag die wichtigsten "kritischen und militärischen Infrastrukturen in Russland". "Die russische Zivilbevölkerung erkennt endlich die Realität des Krieges. Sie sieht brennende Öldepots, zerstörte Fabrik- und Produktionsgebäude (...). All das ist nützlich", schrieb der HUR-Chef zudem dem Sender CNN.
Sein Militärgeheimdienst erklärte indes online, in der Nacht eine "feindliche Raketenkorvette" im Schwarzen Meer vor der von Russland annektierten Krim-Halbinsel "zerstört" zu haben. Demnach handelt es sich um das Militärschiff "Iwanowez", das bis zu 70 Millionen Dollar (etwa 64 Millionen Euro) wert sein soll. Nach Angaben auf einer Webseite der russischen Schwarzmeerflotte ist die "Iwanowez" 56 Meter lang und mit vier Startsystemen für Seezielflugkörper vom Typ Moskit ausgestattet.
"Aufgrund einer Reihe von direkten Einschlägen auf den Rumpf hat das russische Schiff Schäden erlitten, die jede Bewegung unmöglich machten - die Iwanowez (...) ist gesunken", teilte der HUR auf Telegram mit. Das Schiff "patrouillierte auf dem Meer" nahe des Salzwassersees Donuslaw an der Westküste der Krim, sagte ein Sprecher des HUR der Nachrichtenagentur AFP.
Der Militärgeheimdienst veröffentlichte auch ein Video, auf dem zu sehen war, wie sich ein kleineres Wasserfahrzeug dem russischen Schiff nähert. Daraufhin kommt es zu einer großen Explosion, nach der das Schiff zu kippen und unterzugehen scheint. Die AFP konnte die Angaben und die Videoaufnahme nicht unabhängig verifizieren.
Moskau äußerte sich zunächst nicht. Der dem russischen Militär nahestehende Telegram-Kanal Rybar allerdings berichtete, dass die Ukraine in der Nacht im betreffenden Gebiet mit Seedrohnen angegriffen habe. "Vier von ihnen wurden von russischen Matrosen, die auf dem See Donuslaw patrouillierten, entdeckt", hieß es. Die Matrosen hätten das Feuer eröffnet. Ein Boot sei "beschädigt" worden.
Am Mittwoch hatte Russland angegeben, 20 ukrainische Raketen über dem Schwarzen Meer und der Krim zerstört zu haben. Moskau hatte die Halbinsel 2014 annektiert, die Krim ist wichtig für die Logistik der russischen Armee.
In der ukrainischen Hauptstadt Kiew sagte die US-Spitzendiplomatin Victoria Nuland am Mittwoch, sie sei zuversichtlich, dass "wenn die Ukraine ihre Verteidigung stärkt, Herr Putin einige schöne Überraschungen auf dem Schlachtfeld erleben wird". Budanow appellierte an die USA, US-Kampfflugzeuge vom Typ A10 an die Ukraine zu liefern. "A10-Angriffsflugzeuge könnten die Fähigkeiten der Ukraine an der Front erheblich stärken", gab Budanow an.
Unterdessen wurden in der Ukraine nach Angaben aus Kiew vier Menschen bei einem russischen Luftangriff auf eine medizinische Einrichtung in der ostukrainischen Region Charkiw verletzt. Demnach wurde die Ukraine in der Nacht mit vier Drohnen angegriffen, von denen zwei über Charkiw abgeschossen worden seien.
H.Kuenzler--VB