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Ukraine meldet erneut massive russische Angriffe über Nacht
Russische Truppen haben ukrainischen Angaben zufolge in der Nacht vier Raketen und zahlreiche Kampfdrohnen aus den besetzten Gebieten im Süden der Ukraine gestartet. Insgesamt 15 Drohnen vom Typ Schahed und ein Marschflugkörper vom Typ Kh-59 seien abgefangen worden, erklärte die ukrainische Luftwaffe am Montag. Der Stabschef des ukrainischen Präsidialamtes, Andrij Jermak, veröffentlichte in Onlinediensten Bilder von den Folgen eines Angriffs in der Hafenstadt Odessa.
Auf den Bildern waren Rettungskräfte zwischen Trümmern auf einer Straße vor einem öffentlichen Gebäude zu sehen. Innenminister Ihor Klymenko erklärte, 20 Wohnhäuser, ein Kunstmuseum und Infrastruktureinrichtungen seien beschädigt worden. Demnach wurden bei den Angriffen im Süden der Ukraine acht Menschen verletzt.
Von der Stadtverwaltung und dem Kunstmuseum veröffentlichte Bilder zeigten Trümmer und Glassplitter auf dem Boden des Museums. An den Wänden waren Risse zu sehen, einige Gemälde schienen durch die Wucht der Explosion zu Boden geschleudert worden zu sein.
Die ukrainische Vizeaußenministerin Emine Djeppar äußerte sich "zutiefst empört" über den Schlag. Die "vorsätzliche Zerstörung" von Kulturstätten sei ein "Verbrechen gegen das ukrainische Kulturerbe", sagte die Politikerin. Sie forderte "eine starke internationale Reaktion und ein sofortiges Handeln der Unesco". Museumsdirektorin Katerina Kulai sagte der Nachrichtenagentur AFP, dass derzeit eine Bewertung der "mit bloßem Auge nicht sichtbaren" Schäden vorgenommen werde.
Regionalgouverneur Oleg Kiper teilte im Onlinekanal Telegram mit, dass Zeichnungen und Gemälde der laufenden Ausstellungen nicht beschädigt worden seien.
In der ebenfalls im Süden gelegenen Region Cherson wurden nach Angaben von Gouverneur Oleksandr Prokudin Gebäude von einer Rakete getroffen, eines davon bereits "zum dritten Mal". Eine Bewohnerin des Hauses sei verletzt worden.
Vor dem Winter wächst die Angst in der Ukraine vor erneuten systematischen russischen Angriffen auf die Energieinfrastruktur, durch die im vergangenen Winter Millionen Menschen zeitweise ohne Heizung und Strom auskommen mussten. Kiew hat in diesem Zusammenhang seine westlichen Alliierten wiederholt aufgefordert, die Luftabwehrsysteme der Ukraine zu stärken.
D.Schaer--VB