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USA und Großbritannien einigen sich auf Ende der Strafzölle auf Stahl
Die USA haben sich mit Großbritannien auf ein Ende der Strafzölle auf britischen Stahl und Aluminium geeinigt. Gleichzeitig werden "Vergeltungszölle" auf US-Exporte im Wert von "über 500 Millionen US-Dollar" (450 Millionen Euro), darunter "Spirituosen, verschiedene landwirtschaftliche Erzeugnisse und Konsumgüter", aufgehoben, erklärten US-Handelsministerin Gina Raimondo und Handelsbeauftragte Katherine Tai am Dienstag. Die Strafzölle waren 2018 vom damaligen US-Präsidenten Donald Trump verhängt worden.
"Das sind großartige Neuigkeiten und ein willkommener Anstoß für unsere Stahl- und Aluminiumindustrie", erklärte der britische Premierminister Boris Johnson in einem Tweet.
Beide Länder hatten im Januar Verhandlungen über ein Ende der Zölle angekündigt. Kurz vor der Verkündung der Einigung war die britische Handelsministerin Anne-Marie Trevelyan zu Gesprächen in den USA. Die Regierung von US-Präsident Joe Biden bemüht sich, viele Handelsstreitigkeiten aus der Zeit ihres Vorgängers auszuräumen - die "die Beziehungen zu unseren Verbündeten zu reparieren", wie Tai erklärte. So hatte sie bereits vergangenen Oktober eine Einigung mit der EU und Anfang Februar mit Japan erzielt.
Durch das neue Abkommen werden die Zusatzzölle in Höhe von 25 Prozent auf Stahl sowie zehn Prozent auf Aluminium auf eine "historische und dauerhafte Menge" britischer Metallerzeugnisse nicht mehr angewandt, teilte die US-Regierung mit. Darüber hinaus muss sich "jedes britische Stahlunternehmen, das sich im Besitz einer chinesischen Einheit befindet", einer Prüfung der Bücher unterziehen, "um den Einfluss der Regierung der Volksrepublik China zu bewerten".
Am Handelsstreit mit China hat sich auch unter der neuen US-Regierung wenig geändert. Die USA werfen der chinesischen Regierung vor, durch absichtliche Überproduktion und Dumpingpreise die Stahlindustrie ihrer Handelspartner zu zerstören.
Mit dem Abkommen hat die britische Regierung nur einen Teil ihrer Handelsambitionen mit den USA erreicht. Denn während Johnson sich nach dem Austritt aus der EU ein vorteilhafteres Freihandelsabkommen mit den USA erhofft hatte, hat Biden ihm bislang die kalte Schulter gezeigt. Die USA machen die Aussicht auf ein zusätzliches Abkommen von der strikten Einhaltung des Friedensabkommens für Nordirland abhängig. Dieses ist jedoch durch einen Streit zwischen London und der EU über Zollbestimmungen in Nordirland in Gefahr.
Trevalyan und Tai wollen ihre Gespräche nächsten Monat in Schottland fortsetzen.
G.Schulte--BTB