-
AfD bestätigt Angriff auf E-Mail-Postfächer: "Große Datenmengen abgeflossen"
-
SPD-Politikerin Hesse als Landtagspräsidentin in Mecklenburg-Vorpommern bestätigt
-
Merz: Türkische Gastarbeiter haben industrielle Substanz Deutschlands mitaufgebaut
-
Rumänien: Parlament billigt Regierung von Pro-Europäer Niculescu
-
Bangen um Kompany und Kimmich - noch keine Neuer-Entscheidung
-
Merz verkündet Investitionszusagen in Höhe von rund 230 Milliarden
-
UNHCR: 250.000 Binnenflüchtlinge im Jemen seit August
-
Umfrage in Bayern: Zustimmung für Aigner als mögliche Bundespräsidentin
-
Merz kritisiert Berliner Pläne zu Vergesellschaftung
-
Henrichmann schließt Unruhestiftung durch "ausländische Kräfte" nicht aus
-
Mehr Eisbrecher und Unterseekabel: EU stellt neue Arktisstrategie vor
-
Ausschreitungen in Frankreich: Innenminister mit Manipulationsvorwurf konfrontiert
-
Mecklenburg-Vorpommern: AfD-Kandidat scheitert bei Landtagspräsidentenwahl
-
Bundesnetzagentur leitet Verfahren gegen Öko-Stromanbieter Grüüün ein
-
Stromausfall sorgt für Störungen bei Google-Diensten - britische Banken betroffen
-
Europäische Protestwelle erhöht den Druck auf die EU-Spitze
-
Berliner Koalitionspläne verschärfen Streit über den Linke-Landesverband
-
Macron setzt nach landesweiten Protesten auf schärfere Sicherheitsmaßnahmen
-
EU-Reaktionen auf Frankreichs Proteste offenbaren unterschiedliche Maßstäbe
-
Zehn Jahre nach BASF-Unglück bleibt juristische Aufarbeitung umstritten
-
Berliner Polizei prüft WhatsApp-Aufnahmen eines Beamten
-
Motsi Mabuse berichtet von Alltagsrassismus in Deutschland
-
RNZ-Leser halten die Farben des Herbstes im Neckar-Odenwald-Kreis fest
-
Frankreich verhängt nach Ausschreitungen örtliche Ausgangssperren
-
Berliner Linke berät über möglichen Ausschluss von Vanessa Emde
-
Lehrkräftemangel trifft Förderschulen in Baden-Württemberg besonders stark
-
SEK nimmt Mann nach Schüssen in Oberfischach fest
-
Mercedes erweitert Classic Center in Fellbach deutlich
-
Dreizehnjähriger spielt Klavier auf dem Teufelstisch im Bodensee
-
Israels Wirklichkeit entzieht sich einfachen deutschen Zuschreibungen
-
Biologin warnt vor technischen Eingriffen in komplexe Ökosysteme
-
Investitionsgipfel in Berlin bringt Regierung und Großunternehmen zusammen
-
Trump erwägt Dreiergipfel mit Putin und Xi
-
Schwedisches Königshaus serviert nordisches Menü beim Staatsbankett
-
Model Sahara Ray stirbt mit 34 Jahren
-
Hegseth trifft Netanjahu kurz vor Israels Parlamentswahl
-
Mercedes baut Oldtimer-Angebot am Standort Fellbach aus
-
Rot-Grün-Rot in Berlin verständigt sich auf Koalitionsgespräche
-
Dobrindt verschärft Deutschtests wegen wachsender Betrugsvorwürfe
-
Österreichische Ministerin kritisiert Berliner Migrationspläne
-
Musk verspricht jedem Kind in den USA eine SpaceX-Aktie
-
Union greift Berliner SPD nach rot-grün-roten Sondierungen an
-
Hubertus Heil schließt Kandidatur für SPD-Vorsitz nicht aus
-
Russische Luftangriffe verkürzen in Kyjiw die Zeit bis zum Schutzalarm
-
Tom-Cruise-Satire „Digger“ bleibt trotz Kampagne hinter Erwartungen
-
Trump nutzt Frankreichs Unruhen im Wahlkampf in Kansas
-
Alltag in Magdeburg wird zum Schauplatz politischer Missverständnisse
-
Europas Ukraine-Kurs gerät angesichts neuer US-Signale unter Druck
-
Debatte über eine KI-Abgabe stößt auf praktische Steuerfragen
-
Deutsche Industrie verlor seit 2019 fast 500.000 Arbeitsplätze
Tausende bei Großkundgebung: Steinmeier nennt Eintreten gegen Antisemitismus "Bürgerpflicht"
Auf einer Großkundgebung in Berlin haben am Sonntag tausende Menschen gegen Antisemitismus und für Solidarität mit Israel demonstriert. Die Veranstalter sprachen von mindestens 25.000 Teilnehmern, die Polizei nannte eine Zahl von 10.000. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier rief alle Bürgerinnen und Bürger zum Schutz jüdischen Lebens auf. "Ich bitte alle Menschen in unserem Land, diese Bürgerpflicht anzunehmen", sagte Steinmeier am Brandenburger Tor.
Diese Pflicht gelte für alle Menschen hierzulande ungeachtet von Herkunft oder politischem Standpunkt. "Zeigen wir, dass in Deutschland Menschen mit jüdischen, christlichen, muslimischen, arabischen Wurzeln friedlich zusammenleben können und wollen", sagte Steinmeier laut Redetext. "Das und nicht weniger ist von uns verlangt."
"Jeder, der hier lebt, muss Auschwitz kennen und die Verantwortung begreifen, die daraus für unser Land erwächst", sagte der Bundespräsident. "Seien wir uns einig in der Ablehnung von Terrorismus und Barbarei! Verurteilen wir gemeinsam jede Form von Antisemitismus und Rassismus."
Zu der Kundgebung am Brandenburger Tor hat ein breites Bündnis demokratischer Parteien und zivilgesellschaftlicher Organisationen auf Initiative der Deutsch-Israelischen Gesellschaft aufgerufen. Dazu gehören CDU, SPD, Grüne, FDP und Linkspartei, die katholische und die evangelische Kirche, der Zentralrat der Juden in Deutschland, der Deutschen Gewerkschaftsbund, der Arbeitgeber-Dachverband BDA sowie unter anderem Campact, der Paritätische Gesamtverband, der Deutsche Naturschutzring und der muslimische Verein Alhambra.
Eine zeitgleich geplante pro-palästinensische Kundgebung am nahe gelegenen Potsdamer Platz wurde am Samstag von der Polizei verboten, weil "antisemitische Ausrufe" und "Gewalttätigkeiten" zu erwarten seien.
Steinmeier hob in seiner Rede den Wert von Versammlungs- und Meinungsfreiheit hervor. Diese Freiheiten müssten aber gewaltlos und im Rahmen der Gesetze ausgeübt werden. "Antisemitische Volksverhetzung, Attacken auf jüdische Synagogen, Angriffe auf Polizisten sind keine Wahrnehmung von Freiheit. Es sind Straftaten."
An die radikalislamische Palästinenserorganisation Hamas gerichtet, forderte Steinmeier: "Die ganze Welt schaut auf dieses Verbrechen! Beenden Sie die Barbarei! Lassen Sie die Unschuldigen frei!" Die Hamas hatte die Israel mit Terrorangriffen überzogen und mehr als 200 Geiseln genommen.
Auf der Kundgebung in Berlin schilderten Angehörige in emotionalen Worten das Schicksal der Geiseln und forderten Deutschland zum Handeln auf. "Die Zeit drängt", sagte die Schwester der Deutsch-Israelin Yarden Romann, die von der radikalislamischen Hamas verschleppt wurde. "85 Jahre, nachdem meine Großmutter aus Deutschland geflohen ist, komme ich hierher und bitte um Hilfe", sagte die junge Frau. "Wir müssen handeln, Deutschland muss handeln."
Volker Beck, Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, sagte: "Wir stehen hier, weil wir Israel und seinen Menschen Solidarität zeigen wollen." Angesichts der Angriffe auf jüdische Einrichtungen und weiterer Vorfälle in Deutschland sprach Beck von einem "blanken Antisemitismus". Dies sei "unerträglich".
Es wurden Forderungen nach innenpolitischen Konsequenzen laut. Daniel Botmann, Geschäftsführer des Zentralrats der Juden, sagte, wer antisemitische Straftaten begehe und keine deutsche Staatsbürgerschaft besitze, müsse ausgewiesen oder abgeschoben werden. "Solche Leute sind nicht Teil unserer freiheitlichen Gesellschaft", sagte Botmann.
Ähnlich äußerten sich Parteienvertreter. CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann wies darauf hin, dass es in Deutschland "ein großes Problem" mit dem politischen Islam gebe, dessen Bestandteil auch Judenhass sei. "Hier wurde zu lange weggeschaut." Abschiebungen müssten daher intensiviert und die Einwanderung von Antisemiten unterbunden werden.
FDP-Generalsekreetär Bijan Djir-Sarai forderte: "Wir müssen über Fragen wie Migration und Defizite in der Integrationspolitik viel deutlicher reden." Es müsse klar gemacht werden, dass "Menschen, die unsere Werte ablehnen, hier nichts zu suchen haben".
Mehrere Redner wandten sich zugleich gegen eine pauschale Verurteilung der Muslime in Deutschland. Die SPD-Vorsitzende Saskia Esken forderte, es dürfe nicht zugelassen werden, "dass Rechtsextremisten den Terror der Hamas in einen fundamentalen Hass gegen den Islam wenden". "Die Muslime, die mit uns leben, haben diesen Hass nicht verdient", sagte sie in Berlin.
Die christlichen Kirchen bezeugten Israel und den jüdischen Menschen ihre Solidarität. "Es gibt keine Rechtfertigung für Judenhass", sagte Annette Kurschus, Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland. Jeder Versuch, das "Massaker" der Hamas vom 7. Oktober zu relativieren, sei Antisemitismus. Der Fuldaer Bischof Michael Gerber, Vize- Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz sagte, niemand dürfe zu den "Verbrechen" der Hamas und auch nicht zu den antisemitischen Ausbrüchen in Deutschland schweigen.
U.Maertens--VB