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Ukrainischer Verteidigungsminister Resnikow macht seinen Rücktritt offiziell
Der ukrainische Verteidigungsminister Oleksij Resnikow hat nach seiner Entlassung durch Präsident Wolodymyr Selenskyj seinen Rücktritt im Parlament in Kiew eingereicht. Er habe sein Rücktrittsschreiben an den Präsidenten des ukrainischen Parlaments, Ruslan Stefantschuk, übergeben, schrieb Resnikow am Montag in Online-Netzwerken. Resnikows Nachfolger soll der bisherige Chef des Fonds für Staatsvermögen, der Krim-Tatare Rustem Umerow, werden. Auf dem Schlachtfeld vermeldete Kiew kleinere Fortschritte.
Es sei ihm "eine Ehre" gewesen, "dem ukrainischen Volk zu dienen und in den vergangenen 22 Monaten, der schwierigsten Zeit in der modernen Geschichte der Ukraine, für die (ukrainische Armee) zu arbeiten", erklärte Resnikow.
Präsident Selenskyj hatte Resnikows Entlassung am Sonntagabend in seiner allabendlichen Videoansprache bekannt gegeben. Das Ministerium brauche "neue Ansätze und andere Formate der Interaktion sowohl mit dem Militär als auch mit der Gesellschaft im Allgemeinen". Als Nachfolger schlug er Umerow vor.
Er erwarte, dass das Parlament in Kiew seinem Vorschlag zur Ernennung Umerows zustimme, sagte Selenskyj. Als geschickter Verhandler mit Russland machte sich der 41-jährige Umerow sowohl nach Moskaus völkerrechtswidriger Annexion der Krim im Jahr 2014 als auch nach dem Beginn der russischen Invasion in seiner Heimat 2022 einen Namen. Zuletzt war er an Gesprächen über die Einrichtung eines Exportkorridors für ukrainisches Getreide durch das Schwarze Meer beteiligt.
Resnikow war wenige Monate vor Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine im Februar 2022 ins Amt gekommen. Der 57-jährige Anwalt wurde seither zu einem der bekanntesten Vertreter der Ukraine, die bei ihren westlichen Verbündeten um moderne Waffen warben.
Zuletzt war das von Resnikow geführte Verteidigungsministerium jedoch von Korruptionsskandalen erschüttert worden. Die Führung in Kiew ist bemüht, konsequenter gegen Korruption und Bestechung im Land vorzugehen - auch mit Blick auf den von ihr angestrebten EU-Beitritt.
Kurz nach der Ankündigung der Neubesetzung an der Spitze des Verteidigungsministeriums meldete Kiew im Zuge seiner Gegenoffensive Fortschritte gegen die russischen Streitkräfte entlang der südlichen Front.
Die ukrainische Vize-Verteidigungsministerin Hanna Maljar sagte am Montag im Staatsfernsehen, in der südukrainischen Region Saporischschja seien bei Nowodanyliwka und Nowoprokopiwka "Erfolge" gelungen. Zudem habe Kiew drei Quadratkilometer nahe der umkämpften ostukrainischen Stadt Bachmut zurückerobert.
Der russische Präsident Wladimir Putin bezeichnete die ukrainische Gegenoffensive am Montag nach einem Treffen mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan hingegen als "gescheitert". "Zumindest sieht es heute so aus", sagte Putin in der Schwarzmeerstadt Sotschi vor Journalisten. "Ich hoffe, dass das so bleibt."
Die ukrainische Armee hatte im Juni ihre Gegenoffensive gegen die russische Invasion begonnen, kam dabei aber im Osten und Süden zunächst nur langsam voran. Vergangene Woche meldete sie dann mit der Rückeroberung der Ortschaft Robotyne in der Region Saporischschja einen wichtigen Erfolg.
In der Nacht auf Montag überzog Russland indes den Süden der Ukraine erneut mit Drohnenangriffen. 32 Drohnen iranischer Bauart vom Typ Schahed seien im Südosten und Süden des Landes niedergegangen, erklärte die ukrainische Luftwaffe. 23 davon seien von der Luftabwehr zerstört worden.
Bei den Angriffen wurde dem ukrainischen Außenministerium zufolge auch das Gebiet des Nachbarlands und EU- und Nato-Mitgliedstaats Rumänien getroffen. Schahed-Drohnen seien "auf rumänisches Territorium gefallen und detoniert", erklärte ein Sprecher. Das rumänische Verteidigungsministerium sowie Außenministerin Luminita Odobescu bestritten dies.
Der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba bekräftigte jedoch die Aussage Kiews. Zwar gebe es "einen Hang Rumäniens, bestimmte Ereignisse kleinzureden, um nicht in einen direkten Konflikt verwickelt zu werden". Kiew könne die Einschläge auf rumänischer Seite jedoch mit Fotos belegen.
O.Bulka--BTB