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Ukraine: Kinder- und Geburtsklinik in Mariupol durch russischen Angriff zerstört
In der belagerten Stadt Mariupol im Südosten der Ukraine ist nach ukrainischen Angaben eine Geburts- und Kinderklinik durch russischen Beschuss zerstört worden. Nach Angaben der örtlichen Behörden wurden bei dem Angriff am Mittwoch mindestens 17 Mitarbeiter verletzt. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj schrieb im Kurzbotschaftendienst Twitter: "Leute und Kinder befinden sich unter den Trümmern." Er fügte hinzu: "Gräueltaten! (...) Stoppt das Töten". Die strategisch wichtige Hafenstadt wird seit Tagen von russischen Truppen belagert.
Auf einem von der ukrainischen Präsidentschaft veröffentlichten Video ist zu sehen, wie das Innere der Gebäude weggesprengt wird, Trümmer, Papier und Glasscherben auf dem Boden liegen. Auf einem anderen Video, das von der Facebook-Seite der nationalen Polizei veröffentlicht wurde und außerhalb des Krankenhauses gedreht wurde, sind mehrere verkohlte Autos und ein großer Krater zu sehen, der als Folge des Luftangriffs entstanden ist.
Die Menschenrechtsbeauftragte des ukrainischen Parlaments, Ljudmila Denisowa, nannte den Angriff auf ihrem Telegram-Kanal "ein Beispiel für Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Völkermord gegen das ukrainische Volk". Der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba sprach von "Barbarei" und bekräftigte seine Forderung an den Westen, seinem Land Kampfflugzeuge zu liefern.
Eine Sprecherin des russischen Außenministeriums erklärte in Moskau, ukrainische "nationalistische Bataillone" hätten Personal und Patienten aus dem Gebäude gebracht, um es als Gefechtsstellung zu benutzen.
Die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki, sagte in Washington zu dem Angriff, es sei "entsetzlich, einen solch barbarischen Einsatz militärischer Gewalt gegen unschuldige Zivilisten in einem souveränen Land zu sehen". Ein UN-Sprecher erklärte, eine medizinische Einrichtung sollte "niemals ein Ziel sein".
Der britische Premierminister Boris Johnson verurteilte den Angriff und forderte, der russische Präsident Wladimir Putin müsse "für seine schrecklichen Verbrechen" zur Rechenschaft gezogen werden. "Es gibt nur wenige Dinge, die verwerflicher sind, als sich an Schwachen und Wehrlosen zu vergreifen", schrieb Johnson im Kurzbotschaftendienst Twitter.
Seit dem Beginn der russischen Invasion am 24. Februar wurden nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO in der Ukraine mindestens 19 medizinische Einrichtungen oder Krankenwagen angegriffen. Dabei seien mindestens zehn Menschen getötet worden.
C.Kovalenko--BTB