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Biden kritisiert Fox News und Republikaner nach Sendung zu Kapitol-Erstürmung
US-Präsident Joe Biden hat die oppositionellen Republikaner und den konservativen Nachrichtensender Fox News nach einer verharmlosenden Sendung zur Kapitol-Erstürmung Anfang 2021 scharf kritisiert. "Mehr als 140 Beamte wurden am 6. Januar verletzt", schrieb Biden am Mittwoch im Kurzbotschaftendienst Twitter. "Wie kann es jemand wagen, kleinzureden oder zu leugnen, durch welche Hölle sie gegangen sind?"
"Ich hoffe, die Republikaner im Repräsentantenhaus schämen sich für das, was sie getan haben, um unsere Polizei zu untergraben", fügte der Präsident hinzu.
Mit seinem Tweet reagierte Biden auf eine am Montagabend ausgestrahlte Sendung des umstrittenen Fox-News-Moderators Tucker Carlson zur Kapitol-Erstürmung. Der weit rechts stehende Journalist hatte Aufnahmen gezeigt, die den Angriff auf den Kongress wie ein friedliches Ereignis wirken ließen.
"Sie waren friedlich, sie waren gesittet, sie waren sanftmütig", sagte der bei konservativen Fernsehzuschauern äußerst einflussreiche Carlson an einer Stelle. "Das waren keine Aufständischen, das waren Touristen." Der Vorsitzende des Repräsentantenhauses, der Republikaner Kevin McCarthy, hatte Carlson 41.000 Stunden Videoaufzeichnungen von der Kapitol-Erstürmung zur Verfügung gestellt.
Der Chef der Kapitol-Polizei, Tom Manger, kritisierte die Fox-News-Sendung nach Ausstrahlung als "beleidigend" und "irreführend". Es seien bewusst "ruhigere Momente herausgepickt" worden, ohne Kontext über "das Chaos und die Gewalt" an diesem Tag zu liefern.
Radikale Anhänger des abgewählten Präsidenten Donald Trump hatten das Kapitol gestürmt, um eine Bestätigung von Bidens Sieg bei der Präsidentschaftswahl vom November 2020 zu verhindern. Der Angriff mit fünf Toten erschütterte die USA und sorgte auch international für Entsetzen.
Trump und andere republikanische Politiker sowie rechte Kommentatoren spielen die Gewalt bei der Kapitol-Erstürmung schon seit geraumer Zeit herunter. Die Sendung von Tucker Carlson stieß aber auch bei führenden Republikanern auf Kritik, unter anderem beim Anführer der Konservativen im Senat, Mitch McConnell, der von einem "Fehler" sprach.
Fox News steht derzeit besonders unter Beobachtung. In den vergangenen Wochen wurde durch Gerichtsdokumente bekannt, wie Verantwortliche und prominente Moderatoren des konservativen Senders - unter ihnen Besitzer Rupert Murdoch - von Trump verbreitete Wahlbetrugsvorwürfe für unsinnig hielten, während Fox News den Vorwürfen eine Plattform bot.
Die interne Kommunikation bei Fox News wurde durch eine Schadenersatzklage des Wahlmaschinen-Unternehmens Dominion bekannt, das Ziel von Verschwörungstheorien des Trump-Lagers geworden war. Am Dienstag wurde ein neues Gerichtsdokument veröffentlicht. Demnach schrieb Tucker Carlson am 4. Januar 2021 an einen Kollegen über Trump: "Ich hasse ihn leidenschaftlich."
M.Ouellet--BTB