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Ukraine meldet russische Raketenangriffe auf mehrere Städte im ganzen Land
Das ukrainische Militär hat "massive" russische Raketenangriffe auf mehrere Städte des Landes am Donnerstagmorgen gemeldet. "29. Dezember. Massive Raketenangriffe ... Der Feind greift die Ukraine an mehreren Fronten an, mit Marschflugkörpern, die von Flugzeugen und Schiffen aus abgefeuert werden", erklärte die ukrainische Luftwaffe in Onlinediensten.
Von den insgesamt 69 abgefeuerten russischen Raketen habe die Luftabwehr 54 abgeschossen, erklärte der Oberbefehlshaber der Streitkräfte, Walery Saluschny, im Onlinedienst Telegram. Die 16 auf Kiew abgefeuerten Raketen wurden den Angaben zufolge alle abgeschossen. Präsidentenberater Mychailo Podoljak erklärte, von der russischen Armee seien "mehr als 120 Raketen abgefeuert" worden, um "wichtige zivile Infrastruktur zu zerstören und massenhaft Zivilisten zu töten".
In der Hauptstadt Kiew seien bei Angriffen drei Menschen verletzt worden, erklärte Bürgermeister Vitali Klitschko. "Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es drei Verletzte, darunter ein 14-jähriges Mädchen. Alle befinden sich im Krankenhaus", schrieb er im Onlinedienst Telegram. 40 Prozent der Einwohner der Hauptstadt seien von Stromausfällen betroffen, erklärte Klitschko weiter und forderte alle auf, sich mit Trinkwasser einzudecken.
Aus Charkiw, der zweitgrößten ukrainischen Stadt im Osten des Landes, meldete Bürgermeister Igor Terechow eine "Reihe von Explosionen". Dem Gouverneur der gleichnamigen Region, Oleg Synegubow, zufolge wurde "kritische Infrastruktur" in der Region sowie in der Stadt getroffen. Demnach schlugen vier Raketen in östlichen und südlichen Stadtteilen ein.
Auch aus der westlichen Stadt Lwiw wurden Explosionen gemeldet. Laut Bürgermeister Andrii Sadowy waren 90 Prozent der Stadt am Donnerstag ohne Strom und es drohte ein Ausfall der Wasserversorgung. Der Gouverneur der Region Lwiw, Maksim Kosytski, erklärte, die Luftverteidigung sei im Einsatz, die Einwohner sollten sich in Schutzräume begeben.
Über der Region Odessa wurden nach offiziellen Angaben 21 Raketen abgefangen, auch dort wurde die Energieinfrastruktur beschädigt, der Strom wurde vorsorglich abgeschaltet.
Russlands Außenminister Sergej Lawrow hatte am Mittwoch gesagt, Moskau werde dank seiner "Geduld" und "Beharrlichkeit" seine Ziele in der Ukraine früher oder später erreichen. "Wir sind nicht in Eile", erklärte er und forderte, dass Kiew die Annexion von vier ukrainischen Regionen durch Russland anerkennen müsse, damit die Gespräche wieder aufgenommen werden könnten.
"Unsere absolute Priorität sind vier neue russische Regionen", sagte Lawrow. Aussagen westlicher Geheimdienste und Militärkreise, wonach Russland die Kampfmittel ausgehen könnten, wies das Verteidigungsministerium in Moskau zurück. "Uns werden die Kalibrs nie ausgehen", erklärte das Ministerium im Onlinedienst Telegram und bezog sich dabei auf die Marschflugkörper, mit denen Moskau die Ukraine angreift.
Nach erheblichen Gebietsverlusten im Sommer und Herbst hat Moskau seine Angriffe mit Drohnen und Raketen auf die ukrainische Energieinfrastruktur in den vergangenen Wochen verstärkt. Der Kreml hatte zuvor erklärt, es werde an den Feiertagen keine Waffenruhe geben.
I.Meyer--BTB