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Studie: Neue Alzheimer-Wirkstoffe haben keinen Zusatznutzen
Zwei neuere Alzheimer-Medikamente, in die Forschung und Patienten große Hoffnungen setzten, haben sich weniger wirksam erwiesen als erwartet. Die sogenannten Anti-Amyloid-Medikamente, die bereits in einer frühen Phase das Fortschreiten der Krankheit abbremsen sollen, stellen für Patienten nach einer am Donnerstag veröffentlichten Studie der Cochrane-Organisation keine Verbesserung dar. Unterdessen bescheinigte in Deutschland der Gemeinsame Bundesausschuss nach dem ersten auch dem zweiten der Wirkstoffe, dass er "keinen Zusatznutzen" habe.
Konkret geht es um die Wirkstoffe Lecanemab und Donanemab. Bei Letzterem war der Bundesausschuss bereits im Januar zu dem Ergebnis gekommen, dass er keinen Zusatznutzen gegenüber der bisherigen Standardtherapie habe. Nun wurde dies auch für Lecanemab entschieden. Im Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) sind Kassen, Ärzte und Krankenhäuser vertreten. Die entsprechenden Arzneimittel, darunter Leqembi und Kinsula, dürfen in Deutschland aber weiter verordnet werden.
Leqembi war im September 2025 in Deutschland zugelassen worden, Donanemab zwei Monate später. Die Bewertung des Bundesausschusses dient nun als Basis für die Preisverhandlungen für das Medikament zwischen dem Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung und dem Hersteller.
Für die Cochrane-Studie werteten die Autoren sieben klinische Versuche mit etwa 20.000 Patienten aus, die mit insgesamt sieben verschiedenen Medikamenten behandelt wurden. Die Studie verlief über anderthalb Jahre. Die neuen Wirkstoffe sollen Ablagerungen im Gehirn, sogenannte Amyloid-Plaques, verhindern. Aber: "Unsere Ergebnisse widerlegen die Annahme, dass die Beseitigung von Amyloiden den Patienten zugutekäme", erklärte der niederländische Neurologe und Mitautor der Studie, Edo Richard. Er plädierte dafür, dass die Alzheimerforschung sich anderen Mechanismen zuwende.
International gehen die Einschätzungen der Gesundheitsbehörden zu den Anti-Amyloid-Medikamenten auseinander. Während die USA und die EU die Medikamente zugelassen haben, entschieden Frankreich und Großbritannien, die Kosten nicht durch die Krankenkassen zu erstatten.
In Deutschland leben mehr als 1,8 Millionen Menschen mit einer Demenzerkrankung. Ungefähr zwei Drittel von ihnen haben Alzheimer.
R.Flueckiger--VB