-
Reservekraftwerk-Ausschreibung stärkt Marktposition von RWE und LEAG
-
Ermittler durchsuchen Vorstandsbüros der National-Bank
-
Hakeem Jeffries fordert Rechenschaft für angebliche Korruption
-
Merz sagt Selenskyj weitere Ukraine-Hilfe und europäischen Gipfel zu
-
Trump kündigt Ende des milliardenschweren Israel-Hilfsprogramms an
-
Russischer Angriff auf Dorf in Saporischschja fordert mindestens 33 Tote
-
Italien holt Silber bei Curling-Europameisterschaft in Ostrava
-
Trump will jährliche US-Militärhilfe für Israel bis Jahresende beenden
-
Polizeigewerkschaft warnt vor Folgen einer AfD-Regierung in Sachsen-Anhalt
-
Digitalisierung des Bundeswehr-Heeres verzögert sich und verteuert sich
-
Südafrikas Kommunalwahlen stehen im Zeichen kommunaler Versorgungskrisen
-
Trump signalisiert Kooperationsbereitschaft trotz demokratischer Mehrheit
-
Polizeieinsätze gegen linke Proteste lösen Debatte über staatliche Härte aus
-
Fünfzehn Jahre nach dem NSU bleiben Fragen zu Unterstützern offen
-
Hakeem Jeffries steht vor dem Aufstieg zum mächtigsten Demokraten im Kongress
-
Demokraten gewinnen in Texas Senatssitz und Gouverneursamt
-
Demokraten erobern bei US-Zwischenwahlen beide Kongresskammern
-
Abdul El-Sayed gewinnt Senatssitz in Michigan und schreibt Geschichte
-
Trump signalisiert nach Midterms Gesprächsbereitschaft mit den Demokraten
-
Schwere Gewitterwarnung für Ost-Australien: Zerstörerische Winde und Hagel drohen
-
Die Pitch-Präsentationen und Keynote-Redner für Blue Magic Netherlands am 17. November stehen fest
-
Wer immer funktioniert, muss nicht noch besser werden
Papst betont in der Türkei Einheit der Christen und reist weiter in den Libanon
Zum Abschluss seines Besuches in der Türkei hat Papst Leo XIV. erneut ein Zeichen für die Einheit der Christen gesetzt. Er nahm am Sonntag in Istanbul an mehreren Messen unterschiedlicher Konfessionen teil. Unter anderem betete er in der armenisch-apostolischen Kathedrale, was angesichts des angespannten Verhältnisses zwischen Armenien und der Türkei eine besondere Bedeutung hatte. Danach flog der Pontifex in den Libanon, wo sein Besuch mit Spannung erwartet wurde.
Es ist die erste Auslandsreise des Oberhauptes der katholischen Kirche seit seiner Wahl im Mai. Er hatte bereits im Vorfeld erklärt, dass er sich besonders für die Einheit der Christen und ein gutes Verhältnis aller Religionen einsetzen wolle. Am Samstag besuchte er zusammen mit muslimischen Geistlichen die berühmte Blaue Moschee in Istanbul. Zudem unterzeichnete er gemeinsam mit dem orthodoxen Patriarchen von Konstantinopel, Bartholomäus I., einen Aufruf zum interreligiösen Dialog.
Am Sonntag traf der 70-Jährige zunächst jenseits der Kameras privat mit einem trauernden Vater zusammen, dessen 14-jähriger Sohn im Februar bei einem Messerangriff in Istanbul getötet worden war. Der aus Italien stammende Vater Andrea Minguzzi sagte vor Reportern, der Papst habe mit dem Treffen "einen der größten Träume meines Lebens erfüllt".
Anschließend betete der Papst in der armenisch-apostolischen Kathedrale mit Gläubigen. Er betonte dabei das "mutige" christliche Bekenntnis des armenischen Volkes im Lauf der Geschichte - "oft unter tragischen Umständen". Diese Aussage wurde als Verweis auf die Massaker osmanischer Truppen an Armeniern im Ersten Weltkrieg verstanden. Schätzungen zufolge wurden zwischen 1915 und 1917 von den Soldaten des Osmanischen Reiches bis zu 1,5 Millionen Armenier getötet. Die Türkei spricht von wesentlich niedrigeren Opferzahlen und lehnt den Begriff Völkermord für die Massaker ab.
Nach dem Gebet in der armenisch-apostolischen Kathedrale nahm der Papst an einer orthodoxen Liturgie in der Patriarchalkirche St. Georg teil. Insgesamt machte sein Besuch in der Türkei selbst kaum Schlagzeilen, in dem muslimischen Land mit seinen 86 Millionen Einwohnern leben nur etwa 100.000 Christen.
Anders sieht es bei der zweiten Station seiner Reise aus: Am Sonntagnachmittag traf der Papst im Libanon ein, in dem multireligiösen Land mit 5,8 Millionen Einwohnern wurde sein Besuch mit Spannung erwartet. Ein Drittel der Bevölkerung bekennt sich zum christlichen Glauben, das Land galt lange als Vorbild für das Zusammenleben verschiedener Religionen in Nahost.
Seit 2019 steckt der Libanon aber in einer verheerenden Krise, die alle Schichten der Bevölkerung betrifft: Die Menschen verarmen, der Staat ist schwach. 2020 verwüstete eine Explosion im Hafen weite Teile der Hauptstadt Beirut. Trotz eines Waffenstillstands zwischen Israel und der vom Iran unterstützten schiitischen Hisbollah-Miliz kommt es immer wieder zu tödlichen Angriffen und Kämpfen, besonders im Süden des Landes.
Umso mehr freut sich das Land auf den Papst und hofft auf eine Friedensbotschaft. Straßen wurden eigens für den Gast instandgesetzt und Plakate mit seinem Bild aufgehängt. "Der Libanon will Frieden", ist darauf zu lesen. Der Papst kam am Sonntagnachmittag im Libanon an und wollte unter anderen Präsident Joseph Aoun, einen Christen, den schiitischen Parlamentspräsidenten Nabih Berri und den sunnitischen Regierungschef Nawaf Salam treffen. Danach wollte er eine Rede halten.
Am Montag sind dann unter anderem ein interreligiöses Treffen und eine Begegnung mit jungen Menschen geplant. Am Dienstag, dem letzten Tag seines Besuchs, will der Papst dann eine Freiluft-Messe mit mehr als 100.000 Gläubigen feiern - und in einem stillen Gebet am Hafen der mehr als 220 Todesopfer der Explosion vor fünf Jahren gedenken. Der Besuch im Libanon findet unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen statt, Straßen wurden geschlossen, Drohnen verboten und vor der Messe werden große Teile der Innenstadt evakuiert.
J.Sauter--VB