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Verlag entschuldigt sich im Prozess um gehacktes Handy von Prinz Harry
Der Verlag des britischen Boulevardzeitung "The Mirror" hat sich zu Beginn eines Prozesses für das Hacken von Handys Prominenter wie Prinz Harry entschuldigt. Es gebe "einige Beweise" für das illegale Beschaffen von Informationen, erklärte Mirror Group Newspapers (MGN) in am Mittwoch zum Beginn des Gerichtsverfahrens in London veröffentlichten Dokumenten. Unter den Klägern ist unter anderem der britische Prinz Harry.
Es wird erwartet, dass der Prozess vor einem Gericht in London bis zu sieben Wochen dauern wird. Harry wird voraussichtlich im Juni aussagen. Der jüngere Sohn von König Charles III. hat seit seinem Rückzug von seinen royalen Pflichten und dem Umzug in die USA mehrere Rechtsstreite gegen britische Zeitungsverlage angestrengt. Zu MGN gehören neben dem "Mirror" auch der "Sunday Mirror" und "Sunday People".
MGN-Anwalt Andrew Green erklärte, einige Klagen seien wohl verjährt. Es geht um Fälle in einer Zeitspanne zwischen 1990 und 2011.
Harrys Anwalt David Sherborne sprach im Zusammenhang mit MGNs Vorgehen von illegaler Informationsbeschaffung und Telefonhacking in "industriellem Ausmaß". Die Methoden seien das "Geschäft der Journalisten" gewesen, sagte er vor Gericht. Der "Schwall an Gesetzwidrigkeiten" sei "von den Verantwortlichen autorisiert und gebilligt" gewesen, fügte er hinzu. Dabei nannte er explizit den ehemaligen "Mirror"-Chefredakteur und Moderator Piers Morgan. Dieser hat in der Vergangenheit jegliche Verstrickung in die Abhörungen von Telefonen zurückgewiesen.
Der 38-jährige Prinz Harry verfolgt Ansprüche gegen zwei weitere Medienunternehmen: Den Verlag der "Sun" und den der "Daily Mail". Harry macht Medien für den Tod seiner Mutter Prinzessin Diana verantwortlich, die 1997 in einem Autounfall in Paris ums Leben kam, nachdem sie von Paparazzi verfolgt worden war.
Harrys Autobiografie "Reserve" (Originaltitel: "Spare") brach bei ihrem Erscheinen in diesem Jahr zahlreiche Rekorde. Am vergangenen Wochenende nahm er an der Krönung seines Vaters in London teil, allerdings ohne sein Frau Meghan. Der Prinz nahm keine offizielle Rolle in der Zeremonie ein und fehlte sowohl bei der Prozession durch London als auch später auf dem Balkon des Buckingham-Palastes, von wo aus die Königsfamilie der Menge zuwinkte.
S.Keller--BTB