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Brasilianische Polizei durchsucht Bolsonaros Haus
Das Haus des brasilianischen Ex-Präsidenten Jair Bolsonaro in der Hauptstadt Brasília ist wegen Vorwürfen der Fälschung von Corona-Impfzertifikaten durchsucht worden. Bolsonaro bestätigte am Mittwoch Medienberichte über die Hausdurchsuchung. Dabei sei sein Handy beschlagnahmt worden, sagte er.
Die brasilianische Bundespolizei teilte nur allgemein mit, dass sie Ermittlungen zum "Einfügen falscher Covid-19-Impfdaten" in das elektronische Impfregister des Gesundheitsministeriums führe. Bolsonaro nannte die Bundespolizei in ihrer Mitteilung nicht beim Namen.
Durch die falschen Einträge sei zwischen November 2021 und Dezember 2022 "der tatsächliche Impfstatus der fraglichen Individuen abgeändert" worden, erklärte die Bundespolizei. Dadurch sei es ihnen mit gefälschten Impfzertifikaten möglich gewesen, "Gesundheitsbeschränkungen, die von Behörden in Brasilien und den USA eingeführt wurden, zu umgehen".
Der rechtsradikale Ex-Präsident wies die Vorwürfe zurück. "Ich wurde von dieser Hausdurchsuchung überrascht", sagte er zu Journalisten. Bolsonaro wiederholte, dass er nicht geimpft sei. Es habe "keine Fälschung von meiner Seite" gegeben. Den Behörden warf er vor, einen Fall "zu fabrizieren".
Bolsonaro hatte als Präsident für seinen Umgang mit der Corona-Pandemie viel Kritik auf sich gezogen. Er hatte immer wieder versucht, die Gefahren der Corona-Pandemie kleinzureden. Schon damals hatte Bolsonaro auch erklärt, er sei nicht gegen das Coronavirus geimpft.
An der Vereidigung seines linksgerichteten Nachfolgers Luiz Inácio Lula da Silva am 1. Januar dieses Jahres hatte Bolsonaro entgegen der Gepflogenheiten nicht teilgenommen. Stattdessen war er kurz zuvor in die USA gereist, wo er drei Monate lang bliebt - erst Ende März kehrte er ins Land zurück.
In seinem Heimatland sieht sich Bolsonaro mit einer Reihe von Ermittlungsverfahren konfrontiert. Eines davon bezieht sich auf den Sturm von Bolsonaro-Anhängern auf das Regierungsviertel in Brasília eine Woche nach Lulas Amtsantritt. Bolsonaro wird verdächtigt, Drahtzieher des Angriffs gewesen zu sein. Er hat seine knappe Wahlniederlage gegen Lula nie ausdrücklich anerkannt.
H.Seidel--BTB