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Prozess gegen Anästhesisten wegen Ansteckung von Patienten mit Hepatitis C
Vor dem Landgericht Augsburg hat am Mittwoch ein Prozess gegen einen Arzt begonnen, der 51 Patienten mit Hepatitis C infiziert haben soll. Der selbst mit Hepatitis C infizierte 60 Jahre alte Anästhesist ist wegen gefährlicher Körperverletzung in Tateinheit mit Unterschlagung und Anwendung mangelhafter Medizinprodukte angeklagt. Nach Verlesung der Anklage begann der Mediziner eine Aussage zu den Vorwürfen.
Der an einer Klinik in Donauwörth tätige Arzt war selbst mit dem Hepatitis-C-Virus infiziert. Aufgrund missachteter Hygieneregeln soll der Mann die Patienten im Zeitraum von Februar 2017 bis April 2018 angesteckt haben. Der Mann war in dieser Zeit an insgesamt 1714 Operationen beteiligt, der Großteil der Patienten steckte sich nicht an. Der Vorwurf der Unterschlagung bezieht sich auf zur Narkose eingesetzte Opiate, die der Mediziner für sich verwandt haben soll.
Zivilrechtlich wurde der Skandal bereits aufgearbeitet - nach einem Bericht der "Augsburger Allgemeinen" bekamen die 51 Patienten jeweils bis zu 20.000 Euro Schmerzensgeld. Für das Verfahren wurden zwölf Verhandlungstage angesetzt. Mehr als 60 Zeugen und vier Gutachter sollen aussagen.
Nach Angaben der Deutschen Leberhilfe führt eine Neuinfektion mit Hepatitis C nur selten zu Symptomen, bei 20 bis 50 Prozent der Betroffenen heilt die Infektion demnach von selbst aus. In der Mehrzahl der Fälle - 50 bis 80 Prozent - wird die Infektion allerdings chronisch und bleibt dauerhaft im Körper. Wird die Infektion nicht behandelt, können nach vielen Jahren Spätfolgen wie Zirrhose und Leberkrebs entstehen - durch neue Medikamente ist Hepatitis C inzwischen jedoch fast immer heilbar.
S.Keller--BTB