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Acht Vermisste nach Einsturz eines Wohngebäudes in Marseille
Nach dem Einsturz eines Wohngebäudes in der französischen Hafenstadt Marseille werden acht Menschen vermisst. Sie reagierten nicht auf Anrufe, teilte Staatsanwältin Dominique Laurens am Sonntagabend mit. Bei dem vermutlich durch eine Gasexplosion verursachten Einsturz in der Nacht auf Sonntag wurden fünf Menschen in Nachbarhäusern verletzt. Mehr als 180 Menschen mussten aus angrenzenden Gebäuden evakuiert werden.
"Wir müssen uns darauf vorbereiten, dass es bei dieser schrecklichen Tragödie Todesopfer geben wird", sagte Benoît Payan, der Bürgermeister von Marseille, am Morgen. Möglicherweise habe eine Gasexplosion den Einsturz verursacht, sagte neben Laurens auch der Präfekt der Region, Christophe Mirmand. Anwohner berichteten nach Angaben des stellvertretenden Bürgermeisters Yannick Ohanessian von Gasgeruch; Überwachungskameras nahmen eine gewaltige Erschütterung auf.
Das vierstöckige Gebäude im Zentrum Marseilles war in der Nacht auf Sonntag gegen 00.40 Uhr eingestürzt. Die Straßen rund um das eingestürzte Gebäude wurden abgesperrt, zahlreiche Einsatzkräfte waren vor Ort. Ein Feuer in den Trümmern verhinderte zunächst den Einsatz von Suchhunden und Rettungsteams an der Einsturzstelle, sagte Bürgermeister Payan. Auch am Abend stieg noch Rauch aus den Trümmern auf. Laut Innenminister Gérald Darmanin, der vor Ort war, könnte es noch "mehrere Stunden, vielleicht sogar länger" dauern, bis der Brand gelöscht sei.
Die Feuerwehr, die mit mehr als hundert Kräften im Einsatz war, konnte zunächst keine Angaben zur Anzahl der Menschen machen, die sich vor dem Einsturz im Gebäude befanden. Angrenzende Gebäude in dem Viertel, das für sein reges Nachtleben bekannt ist, wurden evakuiert - 186 Bewohner wurden vorübergehend in einer Schule untergebracht.
Ein benachbartes Gebäude stürzte teilweise ein. Mit Leitern wurden acht Menschen in Sicherheit gebracht, die sich auf eine Dachterrasse gerettet hatten. Ein zweites Nachbarhaus war einsturzgefährdet.
Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron dankte den Rettungskräften im Kurzbotschaftendienst Twitter. Seine Gedanken seien bei den Betroffenen und ihren Angehörigen, schrieb Macron.
Ein Augenzeuge namens Aziz, der seinen Nachnamen nicht nennen wollte, sprach gegenüber AFP von einer "Explosion", bei der "alles gebebt" habe. "Wir haben Leute rennen sehen, überall war Rauch, das Gebäude ist auf die Straße gestürzt", sagte der Mann, der nach eigenen Angaben einen Spätkauf-Laden in der Straße betreibt, in der sich das eingestürzte Gebäude befindet.
Im November 2018 waren beim Einsturz zweier Gebäude in Marseille acht Menschen ums Leben gekommen. Die beiden Häuser befanden sich in einem stark sanierungsbedürftigen Zustand. Bei dem nun eingestürzten Gebäude gab es jedoch nach Angaben des Bürgermeisters wie des Präfekten keinerlei Hinweise auf Baufälligkeit. "Wir haben es hier nicht mit einer Straße mit schlechten Wohnverhältnissen zu tun", sagte Bürgermeister Payan.
N.Fournier--BTB