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Studie: Digitale Kompetenzen von Achtklässlern über internationalem Durchschnitt
Die digitalen Kompetenzen von Achtklässlern in Deutschland liegen einer Studie zufolge über dem internationalen Durchschnitt. Ein Grund dafür sei, dass sich die technische Ausstattung der Schulen innerhalb der vergangenen zehn Jahre deutlich verbessert habe, teilten die Kultusministerkonferenz (KMK) und das Bundesbildungsministerium (BMBF) am Dienstag in Berlin mit. Lehrerinnen und Lehrer nutzten digitale Medien deutlich öfter als früher.
Dennoch erreiche nur ein kleiner Anteil der Jugendlichen die Leistungsspitze. Rund 40 Prozent haben lediglich Grundkenntnisse. Je nach besuchter Schulform variierten die Ergebnisse stark. Auch bei der sozialen Herkunft und beim Zuwanderungshintergrund gebe es Unterschiede.
Mit 502 Punkten liegen den Ergebnissen zufolge Achtklässler aus Deutschland über dem internationalen Mittelwert von 476 Punkten. Dennoch ist das für Deutschland ein Kompetenzrückgang. 2018 hatte der Wert noch bei 518 Punkten gelegen. An Gymnasien wurden im Schnitt höhere Punktwerte erreicht als an anderen Schulformen. 2018 mussten sich statistisch gesehen noch fast zehn Schüler ein von der Schule zur Verfügung gestelltes digitales Gerät teilen. 2023 waren es im Schnitt fünf Schüler.
Gleichzeitig besucht nur jeder zehnte Achtklässler in Deutschland eine Schule, an der sogenannte adaptive Lernsysteme für Schüler und Lehrer verfügbar sind. Im EU-Schnitt ist es jeder fünfte, im internationalen Vergleich sogar fast jeder vierte. Die Studie sieht in Deutschland Entwicklungsbedarf bei der Aus-, Fort- und Weiterbildung von Lehrern im Bereich der Digitalisierung.
Der Digitalpakt Schule zeige Wirkung, erklärte Bundesbildungsminister Cem Özdemir (Grüne). "Die Studienergebnisse zeigen aber auch, dass wir uns darauf nicht ausruhen können", warnte er. "Dass in der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt weiterhin zu viele Jugendliche nicht sicher mit digitalen Medien umgehen können, sollte uns daher zu denken aufgeben." Özdemir forderte einen Digitalpakt 2.0.
Die Studie zeige eine Entwicklung, die auch in anderen Bereichen gespiegelt werde, erklärte die KMK-Vorsitzende und saarländische Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot (SPD). "Auch bei den computer- und informationsbezogenen Kompetenzen gibt es einen Zusammenhang zwischen Herkunft und den Bildungschancen." Es entstehe eine digitale Spaltung, die dringend geschlossen werden müsse.
Bei der Studie handelt es sich um die "International Computer and Information Literacy Study", die seit 2013 alle fünf Jahre erhoben wird. Dabei werden computer- und informationsbezogene Kompetenzen von Achtklässlern international verglichen. 35 Länder nahmen daran teil, 22 davon sind EU-Mitgliedsstaaten. An der Stichprobe in Deutschland nahmen 5065 Achtklässler und 2302 Lehrer an 230 Schulen teil.
F.Mueller--VB